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Wie von der Weide zur Wildblumenwiese?

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Azubi
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Hallo an die Blumenwiesenexperten.

Wir haben eine sehr große Weide, die wir langfristig gern in eine naturnahe Wildblumenwiese (mit Obstbäumen) umgestalten möchten. Die Weide wurde mehrere Jahre nicht gedüngt oder sonst irgendwie landwirtschaftlich genutzt, nur letztes Jahr von Pferden beweidet, nicht gemäht.

Nun die Frage:
Wie kann ich die Artenvielfalt in Richtung Wildwiese beeinflussen bzw. beschleunigen?
Sollte ich zusätzlich sähen? Wenn ja, wie mache ich das ohne zu pflügen?
Wie dämme ich das jetzt sehr dominante Gras etwas ein?
Wie oft und wann sollte ich die Weide mähen?

Hier Foto der Weide vom letzten Sommer

Hilfe wäre sehr nett!

Ciao
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BeitragSa 06 Mär, 2010 20:14
Mein Vorschlag:

Buddel doch Löcher und setze da Wildblumensaat rein :wink:
Außerdem solltest du die Wildblumen auch in Saat gehen lassen! Wenn du immer mähst, hast du nächstes Jahr nur wieder ein "Grasland" :?
Zu Anfang vielleicht noch 1-2 mal mähen. Wenn die Blumensaat aber aufgelaufen ist - nicht mehr mähen!
So können sich die Wildblumen selbst "ihr Revier erobern" :mrgreen:
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BeitragSa 06 Mär, 2010 20:27
Wichtig ist es auf jeden Fall, den ersten Schnitt ziemlich spät zu machen, damit die Blumen Samen bilden können. Einmal im Sommer und dann nochmal im Herbst muss man aber schon mähen, mindestens aber einmal im Jahr, sonst verbuscht die Wiese und du kriegst einen Wald statt einer Blumenwiese!

Wichtig ist außerdem, dass der Boden im Lauf der Jahre ausgemagert wird, denn bei guter Nährstoffversorgung haben die Gräser einen Vorteil gegenüber den Kräutern. Je magerer der Boden, desto vielfältiger das Artenspektrum.

Neue Blumenarten kann man nur schwer über Samen ansiedeln, weil sich die Sämlinge in der geschlossenen Grasnarbe nicht durchsetzen. Die muss man wirklich auspflanzen (Setzlinge aus Samen vorziehen!), oder man entfernt die Grasnarbe in kleinen Bereichen und sät die Kräuter dort aus.
Insgesamt ist das Projekt langwierig, aber sehr lohnend!
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BeitragSa 06 Mär, 2010 20:28
Hallo,
gegen das dominante Gras hilft nur mähen und abfahren, dadurch werden Nährstoffe entfernt und die Fläche ausgehagert. Dadurch verlieren die starkwüchsigen Gräser an Konkurrenzkraft und es entstehen Bestandslücken und dadurch Raum für andere Arten, Kräuter und auch andere Gräser. Dieses Aushagern ist die Voraussetzung für eine artenreiche Wiese. Es geht schneller. wenn du recht früh im Jahr mähst (Anfang Juni) und dann noch mal im Spätsommer.
Erst wenn der Bestand schwächer wird, lohnt es sich, gezielt andere Arten einzubringen. Du kannst pflanzen, direkt Säen (mit speziellen Direktsaatmaschinen) oder im Spätsommer Heu von artenreichen Wiesen ausstreuen (Heumulchsaat). Wenn man nur wartet dass was anfliegt, dauerts ewig.
Danach wird dann später (Mitte bis Ende Juni) gemäht, damit die Kräuter sich weiter aussamen können.
Pferdebeweidung ist übrigens für artenreiche Wiesen keine besonders gut geeignete Bewirtschaftung.
Bei der Auswahl der einzubringenden Arten sind die Standortverhätlnisse zu beachten.

Grüße H.-S.
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BeitragSa 06 Mär, 2010 23:05
Oh, danke. So schnell so viele Antworten.

Also liege ich richtig mit nur einer Mahd nach der Samenbildung Ende Juli?
Und den Schnitt abfahren um den Magerrasen zu fördern?

Optional da wo die Pferde standen und kein Gras mehr wächst stellenweise umgraben
und luvseitig 'wilde Mischung' sähen, und dort nicht mähen?

Das mit dem Heu ist eine super Idee (von Hesperis), obwohl mir das entwas befremdlich vorkommt Heu zu verteilen. Die Bauern reden ja jetzt schon komische Sachen über mich... was sollen die DANN erst denken?

Zum Thema Pferdebeweidung höre ich immer wieder sehr gegenteilige Meinungen. Gärtner sagen 'Äppel sind super Dünger' und Reiterhöfe sagen 'da wo dat Pferd hinmacht - wächst nix mehr'. Und auf unserer Weide sehe ich richtige Flecken in der Grasnarbe, kann aber ja auch von den Hufen kommen.

Was ist mit Schafen?

Falls ich mich zu Neusaat entschließe, gibt es da noch besondere Hinweise?
Was meint Standortverhältnisse? Über den Boden kann ich kaum etwas sagen, dazu fehlt mir die Erfahrung
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BeitragSa 06 Mär, 2010 23:35
Wenn du Tiere darauf weiden lässt, wird das nichts mit dem ausmagern! Dünger ist genau das, was du nicht gebrauchen kannst.

Hesperis hat recht - am Anfang ist es wohl besser, öfter zu mähen, um den vorhandenen Nährstoffvorrat möglichst schnell aus dem Boden herauszubekommen. Erst wenn der Boden mager ist, kannst du gezielt Blumen ansiedeln und dann auch nur noch wenig mähen - vor allem der erste Schnitt sollte dann später erfolgen.

Aber bis das Ergebnis so ist, wie du es dir vorstellst, reichen ein oder zwei Jahre sicher nicht aus.
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BeitragSo 07 Mär, 2010 8:45
Obstwald hat geschrieben:Also liege ich richtig mit nur einer Mahd nach der Samenbildung Ende Juli?
Und den Schnitt abfahren um den Magerrasen zu fördern?


aber die nächsten jahre solltest du mindestens 2x mähen & den schnitt absammeln. da du eine gräserwiese hast, würd ich sogar noch früher loslegen, mitte mai etwa den ersten schnitt, so kannst du die gräser etwas ausbremsen. schneller würde es natürlich gehen, wenn du die grasnarbe abträgst, dabei wird auch die nährstoffreiche schicht mit ebgetragen, ansonsten geb ich stefan & cantharellus recht, das ist nicht innerhalb von ein/zwei jahren machbar.

Obstwald hat geschrieben:Das mit dem Heu ist eine super Idee (von Hesperis), obwohl mir das entwas befremdlich vorkommt Heu zu verteilen. Die Bauern reden ja jetzt schon komische Sachen über mich... was sollen die DANN erst denken?


du kannst dir auch samenmischungen zulegen, hier mal ein guter link, bei denen hab ich mal eine fortbildung gehabt, die sind echt gut, & du findest ausser samenmischungen auf der seite sehr viele infos ---> http://www.rieger-hofmann.de/

Obstwald hat geschrieben:Zum Thema Pferdebeweidung höre ich immer wieder sehr gegenteilige Meinungen. Gärtner sagen 'Äppel sind super Dünger' und Reiterhöfe sagen 'da wo dat Pferd hinmacht - wächst nix mehr'.


beides stimmt ;). allerdings nimmt man zum düngen auf eine bestehende pflanzung keine frischen pferdeäpfel, die sind wirklich zu scharf, sondern gut verrotteten, also kompostierten, pferdemischt.

Obstwald hat geschrieben:Falls ich mich zu Neusaat entschließe, gibt es da noch besondere Hinweise?
Was meint Standortverhältnisse? Über den Boden kann ich kaum etwas sagen, dazu fehlt mir die Erfahrung


wenn du den boden nicht definieren kannst, dann können dir vielleicht die pflanzen & gräser, die drauf wachsen weiterhelfen. es gibt pflanzen, die geben dir quasi durch ihre anwesenheit tipps in diese richtung ;).


schönen gruß, stella
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BeitragSo 07 Mär, 2010 11:11
Obstwald hat geschrieben:Optional da wo die Pferde standen und kein Gras mehr wächst stellenweise umgraben
und luvseitig 'wilde Mischung' sähen, und dort nicht mähen?

Um das Verfahren etwas abzukürzen kannst du auf der Fläche Beete als Mutterzellen anlegen. Hier wird das Gras entfernt (wie auch immer) und gärtnerisch ein Blumenbeet angelegt. Dieses wird von der Bewirtschaftung ausgespart und hier sowohl Samen als auch neue Setzlinge angezogen. Auf dem Rest der Fläche erfolgt die Aushagerung durch Mahd und Abfuhr des Mähgutes.
Solange das kleinflächig erfolgt gibt es sicher keine Probleme, ansonsten mußt du dich informieren ob die Fläche nicht in einem Bereich liegt, in dem der Umbruch von Grünland (denn das ist solch ein Blumenbeet) mit Auflagen versehen ist.
Aus naturschutzfachlicher Sicht wäre es wünschenswert das zu verwendete Saatgut auf Flächen in der Nähe zu sammeln, um die natürliche Ausstattung der Region zu fördern (und bei Sammeln bzw. der Beschäftigung damit lernt man auch die Arten kennen). Wenn es da nichts gibt, kann auch gekauft werden. Nicht alles was als "Wiesenmischung" angeboten wird verdient diesen Namen, häufig sind da eher Ackerkräuter drin (Mohn, Kornblume, Kornrade ...) die in einer Wiese keinen Bestand haben. Du kannst ja mal die Arten der "Wilden Mischung" hier aufführen.
In einigen Bundesländern wird inzwischen auch die Anlage von Blühfllächen auf Ackerland gefördert. Dazu werden bestimmte Blühmischungen ausgesät die 5 Jahre als Lebensraum für blütenbesuchende Inseten sowie als Strukturelemente für alle mögichen Tiere über Winter stehen bleiben. Das sieht auch hübsch aus, die Arten sind aber nicht für eine Wiese geeignet (allenfalls für einen Steifen am Rand).
Bei den Standortverhältnissen sind vor allem die Bodenreaktion (pH-Wert) und die Niederschlagswerte wichtig für die Artenauswahl, deine Wohnregien könnte da schon Hinweise bieten.
Pferde wirken auf die Artenzusammensetzung durch den scharfen Tritt ihrer Hufe (verbunden mit einem recht hohen Bewegungsdrang) sowie den sehr tiefen Biss bei der Beweidung. Das halten viele Arten nicht aus. Schafe und Rinder sind da weniger schlimm. Die Wirkung ist bei Beweidung im Spätsommer geringer als bei früher Beweidung. Eine im Naturschutz gerne angewandte Version ist die Heumahd nach dem 15. Juni mit Nachbeweidung im Sept/Oktober.
Wenn du Ende Juli Heu mähst wirst du das bei der Tierfütterung kaum noch verwenden können, das solltest du beachten, Abfall für die Deponie anzubauen ist auch nicht so sehr sinnvoll. Eine Vielzahl von Kräuterarten kommt mit dem Heutermin Mitte/Ende Juni gut zurecht.
Und bei der späteren Alage einer Obstwiese sind unbedingt die Pflanzabstände so groß zu wählen, dass für die meist lichtbedürftigen Kräuter zwischen den Bäumen genügend Licht ankommt...
Grüße H.-S.
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BeitragDi 09 Mär, 2010 14:48
Erstmal herzlichen Dank für die ausführlichen und hilfreichen Antworten.

Gestern habe ich glatt 3 Dosen Blumenmischungen gekauft (die übrigens nur halb voll sind), damit werde ich wohl vorerst stellenweise experimentieren, und 'Mutterzellen' anlegen.

Eine Frage bleibt:
Das mit dem kargen Magerrasen habe ich soweit (glaube ich) verstanden,
aber wie verträgt sich das mit den Obstbäumen?
Ist die nährstoffarmut nur oberflächlich, oder magert der Boden dann auch in Baumwurzeltiefe langfristig aus? Wir haben ja letztes Jahr schon ca. 30 Hochstämme gepflanzt...

Ciao.

PS: Wer sich das Projekt mal ansehen oder uns gar unterstützen möchte, kann gern Kontakt (per PM) aufnehmen. Der Obst-Wald ist etwas nördlich von Osterholz-Scharmbeck bei Bremen.
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BeitragDi 09 Mär, 2010 15:32
Hesperis hat geschrieben:Und bei der späteren Alage einer Obstwiese sind unbedingt die Pflanzabstände so groß zu wählen, dass für die meist lichtbedürftigen Kräuter zwischen den Bäumen genügend Licht ankommt...

... und außerdem die Trennung in mager (Wiese) und gedüngt (Obstbäume) funktioniert.
Die Baumscheibe der Obstbäume ist in den ersten Jahren während der Kronenentwicklung von Bewuchs freizuhalten (so groß wie der Kronendurchmesser). Über diese Baumscheibe erfolgen dann Düngung und Bewässerung. Zur Erziehung stabiler Leitäste ist eine gute Ernährung der Bäume notwendig!
Grüße H.-S.
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BeitragDi 09 Mär, 2010 23:54
Hallo Obstwald,

genau dein Projekt führe ich seit 2002 ungefähr in meinem Garten aus - eine Obstwiese am ehemaligen Gehöft liegend mit vielen alten Hochstämmen, bis in die 90er-Jahre mit Schafen beweidet, dann noch einige Jahre mit Kühen und Pferden, schliesslich 2 Jahre vernachlässigt, danach jeweils einmal im Jahr gemäht mit Abtransport des Mähguts.
In den ersten 5 Jahren ist kaum eine Veränderung zu sehen, in den letzten 5 Jahren bemerke ich eine langsame Veränderung in der Gräserzusammensetzung, die Gräser wachsen nicht mehr gleichmäßig, es gibt Bereiche, mit niedrigeren Gräsern und noch solche, die noch höher sind, Brennessel-Inseln, die dort entsanden waren, wo die Schafe viel Mist hinterlassen hatten, verschwanden völlig.
Ansaaten im Herbst oder Frühjahr auf offene Stellen wie Maulwürfhügel zeigte KEINEN Erfolg, die Anpflanzung von Primula veris, der einheimischen Wiesenprimel, funktionierte ganz gut, Selbstaussaat ist noch nicht zu beobachten.
In den letzten 5 Jahren ist auch ein Auftauchen von blühenden Kräutern zu beobachten, momentan vor allem hohe gelbe löwenzahnartig blühende Pflanzen, die im Mai/Juni sehr hübsch über den Gräsern blühen.
Das Ausbringen von reinem Kräutersaatgut und speziell Saat von Klappertopf, einem Halbparasiten, der Nährstoffe von Gräsern absaugt, von rieger-hofmann brachte überhaupt keinen Erfolg, nichts davon konnte sich durch die Gräser durchsetzen oder wurde vielleicht auch vorher von Vögeln gefressen.
Vom Klappertopf hatte ich mir eine Unterstützung beim Zurückdrängen der Quecke-Gräser erhofft, da er Gräsern Nährstoffe entzieht und sie somit schwächt.

Es ist wahrscheinlich wirklich sinnvoll, Streifen in die Wiese zu pflügen und in den offenen Boden dann reine Kräutersaat ohne Gräsersamenbeimischung auszusäen - oder eben "Heublume" auszubringen - darunter verstehen die Naturschützer das, was auf dem Heuboden sich unter dem trockenen Heu sammelt, also alle Sämereien, die aus dem Heu ausfallen - man kann natürlich auch das Heu komplett nehmen, führt dadurch aber neben den Samen auch wieder Nährstoffe duch die Verrottung des Heus zu.

Um diese gepflügten Mutterbeetstreifen herum würde ich dir auch raten, die nächsten 2-3 Jahre 2x im Jahr zu mähen, wie beschrieben Juni und September nochmal, und das Schnittgut gründlich abzutragen.

Bei mir wird und wurde bisher immer nur einmal jährlich gemäht, inzwischen Ende Juli, was dazu führt, dass das Gras nicht mehr sehr stark nachwächst über die trockenen Sommermonate bis zum Herbst.

Noch einige Anmerkung: eine Blumenwiese ist ein langwieriges Unterfangen, wichtig ist vor allem, Nährstoffe aus der Wiese rauszuholen und nicht mehr zuzuführen.
Eine Blumenwiese ist nicht begehbar - wenn man durch das hohe Gras geht, gibt das Trampelpfade, das Gras kippt an den Stellen um und blühende Kräuter mögen es gar nicht.
Meine Lösung sind niedrig gemähte Graswege, wie die Engländer das auch gerne machen, die durch die Wiese führen - abgesehen von der Begehbarkeit hat man auch eine "Lebensraumdiversifierung" - hohe Wiese und Blumenrasen nebeneinander :wink:
Das Heranziehen von Blühkräutern und Auspflanzen von vorgezogenen Pflänzchen ist eine Möglichkeit - aber ziemlich Pflegeintensiv, man muss die Pflanzen ja wenigstens ein jahr lang ein wenig hätscheln und giessen - und man findet wahrscheinlich die meisten nicht gut wieder im immer höher werdenden Gras....

Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg, eine Blumenwiese ist wirklich ein schöner Anblick - sogar schon nur mit den vielen gelben Blumen wie bei mir :)

Beste Grüße,

der Gartenplaner
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BeitragDi 18 Mai, 2010 21:33
Vielen Dank nochmal für die hilfreichen Erfahrungen, vor allem der 'Gartenplaner' scheint das ja auch so durchzumachen. Danke für die ausführliche Beschreibung.

Ich habe mal aktuelle Fotos (heute) von dem schon recht durchwachsenen Teil der Weide gemacht, es gibt auch kargere Stellen (aber die waren nicht so fotogen...

Link zu Fotos

Hahnenfuss, Wiesenschaumkraut und natürlich Butterblümchen erkenne ich noch,
aber das Weisse (Bild 3) und die kleinen blauen Blümchen (Bild 1) weiß ich nicht.

PS: Die Kombination von Magerwiese und Streuobst ist bei uns wohl doch kein Problem, es zeichnet sich schon jetzt eine grobe räumliche Einteilung ab. Glücklicherweise habe ich dort wo sich die Wildwiese gerade entwickelt auch noch keine Bäume gepflanzt. Da hat mir die Weide wohl einen Wink mit dem Weidezaun geben wollen...
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BeitragDi 18 Mai, 2010 21:38
Obstwald hat geschrieben: aber das Weisse (Bild 3) und die kleinen blauen Blümchen (Bild 1) weiß ich nicht.

Grassternmiere Bilder und Fotos zu Grassternmiere bei Google. und Gamanderehrenpreis Bilder und Fotos zu Gamanderehrenpreis bei Google.
Grüße H.-S.
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BeitragDi 18 Mai, 2010 23:04
Hallo Obstwald,

gern geschehen!

Und da blüht es ja schon ganz ordentlich bei dir - bei mir war am Anfang nur saftiges Gras - hauptsächlich Quecke - und Brennnesseln :-#( !!!
Also schätz dich glücklich, dass ein guter Teil des Weges schon hinter dir liegt :wink:

Wie gesagt hab ich so 2001-2002 angefangen - und erst seit 3 Jahren machen sich immer mehr Blüten breit - die Grassternmiere und das Wiesenschaumkraut hab ich auch, die breiten sich langsam seit 2 Jahren aus :)
Wiesenprimeln, Primula veris, hatte ich als Pflanzen verteilt gesetzt, immer wieder die letzten 4 Jahre, und dieses Jahr entdecke ich um die ältesten Pflanzen blühende Sämlinge :-#=
Und die Gräserzusammensetzung verändert sich, das Gras bleibt viel länger insgesamt niedrig und wächst ungleichmäßiger - es gibt Stellen, wo höhere Gräser wachsen und Stellen - wahrscheinlich trockener - wo die Gräser das ganze Jahr nicht mehr so hoch werden.

Und das Schöne ist, es sind ja nicht nur blühende Pflanzen, die dieses Biotop schätzen - die letzten Jahre hab ich immer mehr Blindschleichen und Erdkröten, die in den Hecken leben und der vielgestaltigeren Wiese jetzt Nahrung finden.

Viel Spaß bei der Beobachtung der Entwicklung deiner Wiese!

Beste Grüße,

der Gartenplaner
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BeitragMi 19 Mai, 2010 0:02
Das war SCHNELL! Hesperis.
Männertreu glaube ich sofort (nach den Fotos) aber bei der weissen Miere bin ich nicht sicher...

Und Dank für die aufbauenden Worte, Gartenplaner!
Ich weiß noch nicht recht einzuordnen, ob meine Blümchen nun Indikatoren(!?) für den richtigen Werdegang sind, oder doch nur Standardunkraut als Beweis für eine verlotterte Weide (wie die Nachbarschaft schimpft). Nachbar hat einen Golfrasen den er mindestens 2x die Woche rasiert! Der findet meinen 'Ökoscheiß' nicht gut.

Und Eidechsen und viele Kröten habe ich auch schon gesehen, gestern sogar einen Grünspecht. Doch leider hat das alles auch Nachteile. Das Reh, das bei uns wohnt (neben Herr und Frau Fasan) frisst alles was seit Entfernen des Stacheldrahtes (ein emeiner ersten Aktionen) erreichbar ist. Der Hase frisst sogar Kirschlorbeerpflazen kaputt - Nachbar lacht mich aus.
Seitdem bastel ich überall Verbissschutz an, was auch übel aussieht.

In diesem Sinne, Gute Nacht.
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