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Warum wird der Mischwald beim Aufforsten favorisiert?

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Azubi
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Hallo, ich habe mal eine einfache Frage.

Warum werden bei Neuanpflanzungen und Waldumbaumaßnahmen Mischwälder bevorzugt?
Das kann ich nicht nachvollziehen, Danke im Vorraus. :D
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Haollo und willkommen im Forum!

Weil Monokulturen immer anfälliger für Schädlinge und Krankheiten sind und ein natürlich gewachsener Wald auch nie aus nur einer Baumart besteht. Sturmschäden sind bei reinen Nadelwäldern auch viel gravierender. So mal ganz kurz und knapp. :D
Für die Tierwelt ist ein artenreicher Mischwald auch viel besser.

Gegoogelt hast du aber noch nicht, oder? Da findest du massenweise zum Thema.
Z.B. hier: http://www.naturdetektive.de/natdet-woc ... 11-26.html
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Servus Jonas,

dazu gibt es zum Beispiel die Geschichte vom Ebersberger Forst östlich von München. Der war ursprünglich mal ein Mischwald. Im 19. Jahrhundert wurde er fast komplett in eine Fichtenmonokultur umgewandelt. Das führte dann dazu, dass sich um 1890 der Fichtenspanner massenhaft vermehren konnte und im Sommer dessen Raupen viele Bäume im Ebersberger Forst kahl fraßen. Die Schmetterlinge flogen dann in großen Schwärmen herum und gelangten bis nach München. Der Forstschaden im Ebersberger Forst war gewaltig.Trotzdem gibt's immer noch viele Waldbesitzer, die fast ausschließlich Fichten pflanzen und das dann auch noch oft viel zu eng.

Alles Gute

Max
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Gerade die zunehmende Erderwärung und die Klimaveränderungen machen im Augenblick gerade den Nadelwäldern schwer zu schaffen.

http://www.mz-web.de/sachsen-anhalt/kli ... u-24928312
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gutes Beispiel auch der bayerische wald mit dem borkenkäferbefall.
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Servus Pokkadis,

richtig, wobei die Höhen des Bayerischen Waldes (also die Gipfellagen) auch früher schon aus Nadelwald befanden. Die Bäume dort wurden dann aber durch den zunehmenden sauren Regen geschwächt, so dass der Borkenkäfer sich erst richtig reinsetzen konnte. Ich habe 1982, als wir dort im Urlaub waren, in den Hochlagen des Bayerischen Waldes viele tote Bäume gesehen. Gilt aber wohl genauso auch für andere Mittelgebirge.

Alles Gute

Max
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ja das war in den 80ern ganz schlimm dort. da war der saure regen in aller munde.
heute gibt's den Borkenkäfer immer noch dort. es werden teils große Schneisen in den wald gehauen, um ein überspringen aus dem Nationalpark in forstwald einzudämmen.
das es ursprünglich ein reiner fichtenwald war, wage ich zu bezweifeln. das war früher ursprünglich ein Mischwald aus Weißtanne, fichte und buche. nur in den hochlagen kam die fichte fast rein vor. in den Hanglagen wurde sie aus forstwirtschaftlichen gründen gesetzt, wo sie dann die anderen beiden arten ziemlich stark verdrängte. heute wird eben wieder gemischt aufgeforstet, mit buche und wieder Weißtanne.
(war dieses jahr im Nationalpark, deswegen weiß ich es noch ganz gut)
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Servus Pokkadis,

ich hab ja auch nur von den Hochlagen gesprochen, sonst war's sicherlich einst ein Mischwald. Dann wurde es überall ein Fichtenstangenwald und damit anfälliger für Schädlinge, und dann hat der saure Regen die Bäume zusätzlich geschwächt und dann ging's dahin.

Alles Gute

Max
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MaxM hat geschrieben:Servus Jonas,

.Trotzdem gibt's immer noch viele Waldbesitzer, die fast ausschließlich Fichten pflanzen und das dann auch noch oft viel zu eng.

Alles Gute

Max


HI

Dafür gibt es gute Gründe. Bei Fichten an natürlichen Standorten sind die Bäume fast bis unten beastet. Das schützt sie zwar besser vor Windwurf, aber der Stamm verjüngt sich von unten her stark, was nachteilig ist, wenn man daraus Bretter oder Balken machen will. Wenn eine Fichte nur im oberen Drittel bis Viertel beastet ist, verjüngt sich der Stamm bis dahin nur wenig, ist so also besser nutzbar.

MfG.
Wolfgang
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Nur schade, das der Threadersteller das Thema über den Zaun geworfen und sich dann nicht mehr gemeldet hat.
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Servus Wolfgang,

ja, ist schon so, wenn man den Wald ausschließlich als Wirtschaftswald sieht. Was aber nichts dran ändert, dass er erstens artenärmer und zweitens windanfälliger ist. Manche haben's halt noch nicht gelernt.

@ Beatty: Stimmt, ist ja immerhin ein sehr interessantes Thema. Da sollte man meinen, dass er das angefangen hat, um zu diskutieren.

Alles Gute

Max
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Ich denke mal, dass der Fadenersteller seine Hausaufgaben längst erledigt und kein weiteres Interesse hat.
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Moorfrosch hat geschrieben:
Dafür gibt es gute Gründe. Bei Fichten an natürlichen Standorten sind die Bäume fast bis unten beastet.
Wolfgang, bin grade durch unseren Naturaufwuchs gegangen.....
Also wenn da die Rehe nicht noch gewaltig zu schlagen steht da auf jeden 1m² ein Baum oder zwei oder so.

Ich hatte letztes Jahr nur alle 5 m ein Bäumchen mit einem Gitter geschützt....scheint aber egal zu sein.
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Einer der den schnellen Gewinn sucht oder darauf angewiesen ist, dass der Wald ihn ernährt, fährt mit Fichten Monokulturen trotz der Risiken mit Windwurf noch am besten. Ein Mischwald mindert die Risiken z.B. durch Schadinsektenbefall. Aber die "Holzernte" ist schwieriger, weil man keinen Kalhschlag oder Wiederaufforstung auf einen Schlag machen kann. Man muss die Bäume je nach Schlagreife einzeln herausholen, beschädigt dabei u.U. andere Bäume und eine systematische Aufforstung ist aufwendig bis nicht. möglich. Man ist also darauf angewiesen, dass der Wald sich selbst aufforstet (Plenterwald). Da wo die Rentabilität nur eine geringe Rolle spielt, ist ein Mischwald nicht nur mit verschiedenen Baumarten, sondern auch mit allen Altersstufen das Ideale. Um aber einen Naturwald zu haben, dürfte man eigentlich nichts herausholen und müsste auch das Totholz unangetastet lassen. Dazu müsste aber der Staat der Besitzer sein, oder jemand der nicht auf Gewinn angewiesen ist und sogar bereit ist dafür zu zahlen. Das Gebiet müsste zum Nationalpark erklärt werden. Und selbst dann könnte es mehrere Jahrhunderte dauern, bis daraus wieder ein Urwald wird, falls nicht der Klimawandel wieder einen Strich durch diese Rechnung macht.

MfG.
Wolfgang
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