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Aufforsten mit minimalem Aufwand

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Azubi
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BeitragAufforsten mit minimalem AufwandDo 06 Okt, 2016 16:02
Ich habe einen 90-jährigen Fichtenwald geerbt (und Wald-Laie), in dem durch Käfer und Wind ein Loch von ca. 4000 qm entstanden ist. Am liebsten würde ich ja gar nichts machen, weil in 20 oder 30 Jahren von allein Bäume gewachsen sind. Aber das Wiederaufforstungsgesetz läßt dies leider nicht zu.

Da ich von diesem Wald weit entfernt wohne und nur selten in die Gegend komme, kann ich selber nicht viel von den anfallenden Arbeiten tun. Und wenn ich es von anderen unbeaufsichtigt tun lasse, wird es zu teuer und vollkommen unrentabel. Deshalb meine Frage:

Wie kann ich dem Wiederaufforstungsgesetz mit möglichst wenig Aufwand Genüge leisten?
Gibt es irgendwelche Samen, die ich einfach oberflächlich verstreuen kann, um selbst ohne Wildschutz irgendwelche Bäume hochzubringen?


Ich habe mich vom Förster beraten lassen. Der kennt aber nur die traditionelle Aufforstung mit Setzen, Wildschutzzaun, Ausmähen, etc. :evil: Er empfiehlt für diese Fläche Fichte, Douglasie, Eiche, Buche, Weißtanne.

- Das Waldstück ist ein Nordhang in Südbayern, bis zu 40% Gefälle.
- Der Boden ist leicht sauer. Dort wo der Wald intakt ist, gibt es praktisch kein Unterholz, nur Moos, an wenigen Stellen etwas Gras (Rückegassen und wo zufällig etwas mehr Sonne hinscheint). Unterm Moos eine Schicht Fichtennadeln und darunter grober Kies.
- Bei dem aufzuforstenden Stück ist die Moosschicht aber teilweise entfernt und man sieht die blanke Erde bzw. den Kies, weil die Bäume alle mit der Seilwinde hochgezogen werden.
- In dem Stück vom vorigen Jahr wachsen munter Brombeeren, Gras und anderes Kraut, aber nur sehr wenig kleine Fichten, die sich auch nicht gut weiterentwickelt haben und vermutlich bald vom Kraut erdrückt werden.
- Das aktuell aufzuforstende Stück liegt oben am Hang, wo der Boden bei Trockenheit schnell austrocknet. (In der Senke wäre es feuchter, dort baden Wildschweine.)
- Ich hatte einen Test gemacht und Feldahornsamen vergraben. Der ging aber nicht auf, der Förster meint, der Boden wäre zu sauer dafür. (In meinen Blumentöpfen ging der Feldahorn ohne Problem auf. Interessanterweise keimt er aber nur zum Frühjahrsbeginn.
- Natürlich erwarte ich durch diese Billig-Aufforstung keinen Ertrag. Wichtig ist mir, daß ich wenig Arbeit damit habe und keine Schädlinge, die die benachbarten Wälder (im Moment nur Fichten) befallen könnten. Wenn im Lauf der Zeit vernünftige Bäume hochkommen, kann ich immer noch überlegen, ob ich denen eine spezielle Pflege zukommen lasse, oder mich mit ein wenig Brennholz begnüge.
- Ich hätte auch nichts dagegen, wenn es ein kleiner, ungepflegter Urwald würde. Beim derzeitigen Wald gibt es auf mehreren Hektar kein einziges Versteck für ein Reh, kaum Futter für Vögel (außer wenn sie Fichtensamen oder Borkenkäfer mögen). Da wäre eine „Naturinsel“ sicher ein Segen für viele Tier- und Pflanzenarten.

Kennt jemand Samen, die hier aufgehen würden, vielleicht eine schnell anwachsende Pionierpflanze, und wann wäre der optimale Zeitpunkt zum Aussäen? Wenn die Tiere dann einen Teil der Bäumchen anknabbern, ist mir das egal, solange genügend Bäumchen für das Gesetz stehen bleiben. Bei Bucheln und Eicheln habe ich die Befürchtung, daß die Wildschweine verhindern würden, daß viele hochkommen.

Ich danke Euch fürs Nachdenken und Schreiben! :wink:
Der Wald-Mensch
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Servus und herzlich Willkommen im Forum,

ich habe für dich einen erfahrenen Waldbesitzer befragt und ihm deine Ausführungen vorgelesen.
Er sagt, dass Aussaat nicht funktionieren wird, und rät dir, dich an das für deinen Bereich zuständiges Forstamt und an die Waldbesitzervereinigung zu wenden. Bei der Pflanzung von Laubholz gibt es gute Förderung.

Wenn du keine Zeit zur Pflege hast, kannst du die Pflanzung von Weißtanne und Douglasie vergessen, meint er.

Ahorn in 2 m Höhe mit Einzelschutz scheint hier sinnvoller.

Eigentum verpflichtet und ich wünsche dir viel Erfolg mit deinem Wald.
Azubi
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Hallo dailily,

danke, daß Du Dir soviel Mühe gemacht hast, einen Fachmann zu befragen.

Ich hatte schon einen Vorort-Termin mit dem zuständigen Förster. Aber dessen Vorschläge haben mir nicht gefallen, da sie alle mit viel Arbeit verbunden waren. Wenn ich das selbst machen kann, ist das OK, aber wenn man alles von fremden Leuten machen lassen muß, die man nicht einmal beaufsichtigen kann, ist das teuer und unsicher, weil man nie weiß, wie gewissenhaft die arbeiten.

Im Übrigen hat mir mein Förster von allen Ahorn-Arten strikt abgeraten, weil der Boden dafür nicht geeignet sei.

Mal sehen, es wird sich schon noch eine Lösung finden!

Herzliche Grüße
Wald-Mensch
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Bitte gerne, wenn ich ehrlich bin, hat er als erstes auf deinen Text hin gesagt, dass du verkaufen sollst. :oops:
Von nix kommt nix, heißt es so schön und ohne viel Arbeit wird das wohl nix werden.
Besitz kann halt oft auch Last sein. :(

Alles Gute!
Azubi
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Verkaufen ist natürlich eine Option. Da bin ich auch selber draufgekommen. Im Moment prüfe ich einfach verschiedene Möglichkeiten und hoffe, daß ich für die Entscheidung nicht so lange brauche, bis der Käfer alles aufgefressen hat. :twisted:
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Hallo und willkommen,

freilich ist es ziemlich fatal, wenn man ein Grundstück hat, welches so mit sehr viel Arbeit verbunden ist und man auch nicht die Möglichkeiten hat, es selbst zu bewirtschaften. :mrgreen:

Du solltest bei deinen Überlegungen auch den Gedanken mit einbeziehen, dass erst deine Nachfahren wirklich etwas von dem neuen Waldstück hätten. Bäume wachsen langsam!

Ich würde mich nochmals mit dem örtlichen Förster unterhalten, welche Optionen es noch gibt, wenn er den rein ertragsmäßigen Aspekt nicht im Vordergrund sieht, sondern eben mehr den Grüneffekt zur Waldgesundheit. Vielleicht sehen dann die Pflanzempfehlungen schon anders aus und nähern sich deinen Vorstellungen.
Schau dir einfach mal die Obstwiesen in der Nähe deines Waldes an. Oder eben auch Wald, welcher deinen Vorstellungen am Nächsten kommt.
Schau dir das Wiederaufforstungsgesetz nochmal genau an, ob sich da nicht Lücken finden, welche für dich in Frage kommen.
So wie ich deinen ersten Post verstanden habe, wachsen ja bereits jede Menge "Wildlinge" in der "Lücke". Vielleicht reicht es, wenn du diesen Bestand durchlichten würdest, damit eben dem Gesetz Genüge getan würde.

Fakt ist auch, dass du bei einer Selbstbewirtschaftung sehr viel Zeit investieren musst, die dein derzeitiges Leben uU völlig auf den Kopf stellen würde. :mrgreen: Falls du damit nicht klar kommst,würde ich eher in Richtung Verkauf tendieren.

Viel Erfolg und alles Gute.
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So ein Waldstück liegt doch meistens nicht isoliert, sondern zwischen den Waldstücken anderer Waldbesitzer. Dies tun sich dann zu einer Forstgemeinschaft zusammen. Ist das bei dir eventuell auch der Fall? Könntest du da Unterstützung, z.B. Beaufsichtigung bekommen?

Ansonsten fällt mir nur 1 kg Birkensamen ein :mrgreen: Die müssten auch mit saurem Boden klarkommen
Azubi
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Um die ganze Sache abzuschließen:

Da der Käfer immer weitergefressen hat, sah ich mich gezwungen, den Wald an jemanden zu verkaufen, der in der Nähe wohnt, weil nur so jemand in der Lage ist, einen Wald mit Käfer vernünftig zu bewirtschaften. Wenn man es eine fremde Person machen läßt, ist man immer auf dessen Gewissenhaftigkeit angewiesen ...

Vielen Dank für Eure Mithilfe!

PS: Ich habe mich noch ein wenig mit Birkensamen beschäftigt. (Siehe auchhttp://motorsaegen-portal.de/viewtopic.php?f=5&t=60473 ). Die scheinen auch mit sauren Böden zurechtzukommen. Wer einen trockenen Boden hat, kommt vielleicht mit der Hängebirke weiter. Wichtig ist, daß man die Birkensamen zum richtigen Zeitpunkt ausbringt, damit sie nach dem Keimen genügend Feuchtigkeit haben. Deshalb werden die Samen gerne auf Schnee gestreut, am besten auf den letzten im Frühjahr. Ausprobiert habe ich Birkensamen allerdings nicht mehr, da der Wald schon verkauft war.

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