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Rotbuche - Fagus sylvatica

Steckbrief, Beschreibung und Pflegehinweise ...
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In unserem Lexikon der Pflanzen sind die Pflanzenarten alphabetisch sortiert. Es werden alle Pflanzengattungen wie Gartenpflanzen, Zimmerpflanzen und exotische Pflanzen aufgeführt. Zu fast jeder Pflanze gibt es Angaben zum schneiden (Rückschnitt und Erziehungsschnitt) , wässern (wie viel Wasser und wie oft), düngen (welcher Dünger und wann muss gedüngt werden), Standort (sonniger, halbschattig oder im Schatten, Licht und Ansprüche), Erde (welcher Boden oder welches Substrat), Krankheiten (bekannte Schädlinge und Erkrankungen, Mittel wie Insektizide und Fungizide sowie Maßnahmen zur Bekämpfung).
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BeitragRotbuche - Fagus sylvaticaMo 09 Feb, 2015 10:24
Rotbuche - Fagus sylvatica

Gattung: Fagus (Buchen)

Unterfamilie: Fagoideae

Familie: Fagaceae (Buchengewächse)

Herkunft:
Sie ist mit einem Anteil von 14 % in den Wäldern unseres Landes die häufigste Laubbaumart. Ansonsten ist sie in fast ganz Mitteleuropa zu finden.

Habitus, Alter:
Sommergrüner Laubbaum der Höhen von bis zu 45 Metern erreichen kann. Normal sind 30 m Maximalhöhe. Sie kann über 300 Jahre alt werden und bildet Stammdurchmesser von 2 m aus. Ältere Bäume bilden eine mächtige breite Krone aus, bei Jungbäumen bleibt sie viele Jahre eher schütter. Mit 40 - 70 cm Jahreszuwachs wächst sie in der Jugend schnell und bleibt aufrecht. Mit zunehmendem Alter setzt sie sich gegen andere Arten von Nachbarsbäumen durch. Der Austrieb erfolgt zwischen April und Mai und hat nach 3 - 5 Wochen seine Endlänge erreicht. Die Triebe hängen zu Anfang, richten sich aber mit zunehmender Verholzung auf. Im Freistand erreicht die Rotbuche nach 100 - 150 Jahren ihre maximale Höhe. Die Krone wird dann auch zunehmend dichter.
Durch ihre schöne Herbstfärbung ist Fagus sylvatica ein beliebter Parkbaum.

Äste, Zweige:
Manchmal reichen ältere Kronen mit ihren Ästen und Zweigen bis auf den Boden hinab. Die älteren Äste stehen fast waagerecht und wechselständig angeordnet vom Baum ab. Der Kronendurchmesser kann nach 200 Jahren 30 Meter erreichen.

Borke, Rinde:
Der Stamm und die dickeren Äste sind hellgrau gefärbt, die Borke jüngerer Zweige ist glatt und anfangs hellgrün. Am Stamm entstehen über viele Jahre hinweg durch abfallende/absterbende Äste viele Narben. Mit zunehmenden Alter wird die Stammrinde rissiger.

Blätter:
Die eiförmigen Blätter haben eine kurze Spitze welche keilförmig oder rund zulaufen kann. Sie werden 6 - 9 cm lang und etwa 5 cm breit. Der Blattrand ist wellig, leicht gekerbt und fein behaart. Die jungen Laubblätter sind hellgrün, manchmal blässlich. Im Sommer färben sie sich an der Oberseite dunkelgrün, unten bleiben sie heller. Die Herbstfärbung tendiert von einem blaßgelb bis zu einem ziegel- oder braunrot. Oft verbleiben die Blätter über den Winter am Baum.

Blütenknospen, Blütenstand, Blüte:
Die Rotbuche ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), beide Blütengeschlechter befinden sich am gleichen Baum. Im Alter von 30 - 50 Jahren blüht sie. Ihre Blütenknospen sind spindelförmig, schmal und spitz. Sie sind hellbraun gefärbt. Zeitgleich mit den Blütenknospen erscheinen auch die Blätter, zumeist von April bis Mai. Sie stehen in Blütenständen zusammen.

Frucht, Samen:
Die Früchte sind als Bucheckern bekannt und stehen zu zweit in einem Fruchtstand. In rohem Zustand sind sie leicht giftig! Trockene Jahre sind günstig für eine reichliche Eckernernte. Man spricht dann von Mastjahren. Der Baum schützt dadurch das vermehren seiner Art, denn wäre jedes Jahr ein reiches Samenvorkommen, würden sich auch die Fraßfeinde reichlich vermehren und die Eckern wegfressen. Es sind aber auch diese Fraßfeinde, die für die Vermehrung dieser Art beitragen. Sie legen Eckerndepots für den Winter an, vergessen sie manchmal und der Samen geht auf.

Verbreitung und Standort:
Mit Beginn der letzten Eiszeit verschwand die Rotbuche aus Mitteleuropa, konnte sich aber in die Mittelmeerzone zurückziehen. Nach der Eiszeit, vor etwa 10000 Jahren kehrte sie dann langsam wieder zurück. Derzeit findet man sie von Sizilien bis Süd-Skandinavien, von der französischen Atlantikküste bis Polen. Sie stockt in der Westukraine und auf der Krim. Am schwarzen Meer geht sie dann nach Südosten hin in die Orient-Buche über.

Standortansprüche:
Sie benötigt zum guten Gedeihen Jahresniederschläge von über 600 mm und eine Jahresdurchschnittstemperatur von mehr als 8° Celsius. Vorzugsweise behagen ihr nährstoffreiche, schwach saure bis alkalische Böden. In trockenen Gebieten braucht sie lehmhaltigen Untergrund. In Bergregionen findet man sie noch in 1000 m Höhe (Südalpen). Auf Freiflächen kann man die Rotbuche nicht verjüngen, da ihr dort Frostgefahr droht. Setzt man sie geschützt unter Altholz, benötigt sie genug Licht um nicht zu verkümmern. Im Verband gepflanzt entwickeln Rotbuchen lange, astfreie Stämme, was ideal für die Forstwirtschaft ist. Bei starkem Konkurrenzdruck bekommen sie unregelmäßige Kronen. Häufige Durchforstungen sind daher nötig um hochwertiges Industrieholz zu gewinnen. Buchen und ihr Laub, das nach 2 Jahren verwittert, wirken bodenverbessernd.

Verwendung, Nutzbarkeit:
In der Verwendbarkeit ist die Rotbuche der Eiche unterlegen. Buchenholz ist fäulnißbildender und wenig er vielseitig einsetzbar. Lediglich ihr Brennholzwert ist höher. Trotzdem liefert sie wichtiges Nutzholz für die Möbel-, auch für die Spielzeugindustrie. Man stellt Parkett und Treppen aus ihr her. Neben der Fichte und Kiefer findet ihr Holz am meisten Verwendung. Der Heizwert von Buchenholz ist ganz hervorragend, man kann es auch zum Grillen verwenden. Früher wurden Buchenbestände massiv abgeholzt. Man stellte grünes Waldglas aus ihnen her. Der Holzbedarf dafür war enorm. Buchenasche und Sand gemischt waren für die Herstellung dafür nötig. Die dafür abgeholzten Flächen wurden meist mit Fichten aufgeforstet. Diese Flächen nannte man "Glas- oder Schmelzwälder." Buchenlaub wurde hauptsächlich als Wintereinstreu für das Vieh in Bergregionen verwendet. Gebündelte Buchenzweige nahm man im Winter als Futtermittel her. Frisch ausgetrieben Frühjahrszweige wurden ebenfalls verfüttert.

Allgemeine Anzuchtsanleitung:
Baumsamen, zumindest solcher von Arten der gemäßigten Breiten, tragen keimhemmende Stoffe in sich, die es abzubauen gilt. Dieses Abbauen wird stratifizieren genannt. Der Samen kommt dabei für eine bestimmte Zeit (von Baumart zu Baumart verschieden) bei einer Temperatur von 2-4 Grad in den Kühlschrank. Hinterher sollte man den Samen bei Zimmertemperatur im Wasserbad für 24 Stunden vorquellen lassen. Der Same bedarf zur Keimung eines bestimmten Wassergehalts.

Dann wird der Same in Kokosfaser oder in Anzuchtserde ausgesät und je nach Baumart mehr oder weniger mit Erde bedeckt. Hier kann eine Faustregel angewendet werden. Ein 5 mm großer Same kommt 5 mm unter die Erde. Es gibt auch hier Ausnahmen, wenn auch nicht viele.

Das Erdreich des Anzuchtgefäßes muss nach der Aussaat immer feucht gehalten werden, nass sollte es aber nicht sein, sonst tritt Schimmel auf.

Anzucht Buchen:
Die Buche produziert nicht jedes Jahr ausreichend Samen. Alle 7 Jahre etwa kommt es aber zu einem Mastjahr. Die Samen (Eckern) werden gern von Eichhörnchen, Krähen und Eichelhähern gefressen, auch Mäuse halten sich schadlos an ihnen.
Am erfolgreichsten ist die Herbstaussaat gleich nach der Ernte. Bei einer Lagerung bis ins Frühjahr Samen bei ca. 2- 4 °Grad in ein leicht feuchtes Torf/Sandgemisch geben. Vor der Aussaat den Samen 24 Stunden lang bei Zimmertemperatur ins Wasser legen. Dann aussäen, 1 - 2 cm mit Anzuchtserde oder Kokoshum bedecken. Die Spitze der Bucheckern nach unten.

-Bei längerer Lagerung nicht zu viele Bucheckern in einem Gefäß lagern, Bucheckern erhitzen gern und werden dadurch Keimunfähig-

Quellen: Stichpunkte aus wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Rotbuche

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