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2x invasive Pflanzen: Ludwigia & Buddleia

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Hier zwei Pressemeldungen aus den letzten Tagen:

1x zum Auftauchen von Ludwigia grandiflora in Ostfriesland: http://www.ndr.de/nachrichten/niedersac ... ut112.html

1x zur Ausbreitungsfreudigkeit von Buddleiea entlang britischer Bahnstrecken: http://www.bbc.com/news/magazine-28196221
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Oha!

Vor allem das PDF aus dem NDR-Bericht ist sehr interessant (Direktlink)! Es wundert mich jedoch, dass nur so wenige Pflanzen auf der Liste stehen, denn die Liste der Neophyten (also aller, nicht nur der invasiven) ist sehr lang: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Neophyten_in_Deutschland.
Ich hätte gedacht, dass mehr dieser Pflanzen Probleme bereiten.
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resa hatte auch mal eine Liste mit Pflanzen velinkt, die in der Schweiz verboten sind:

grossbritannien-verbietet-den-verkauf-invasiver-teichpflanzen-t91043.html
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Teil-Lösung:
http://www.tt.com/panorama/verkehr/8562 ... ziegen.csp

Das Thema interessiert mich sehr, überfordert mich aber regelmäßig noch mehr, obwohl ich fachlich nicht wirklich 'gebietsfremd' bin. Muss ich nun meinen Sommerflieder rausreisen, den Flieder entfernen und den Eschen-Ahorn fällen? Während in den Städten und Gemeinden 'klimawandeltaugliche' Gehölze gepflanzt werden, ebenso in den (forstwirtschaftlichen) Wäldern? Und Gen-Pflanzen?

Was ist wirklich invasiv, was heimisch? Autochthon? Ja, da gibt es Listen, schon... Was ist mit Einheimischen, die
sich aufgrund der überdüngten Böden breit machen? Ist die 'eiszeitbedingte Artenarmut' in Deutschland die beste Referenz? Wer hat die erste Roßkastanie wieder eingeschleppt, der Mensch oder doch ein Tier. Sind die Bahndämme Großbritanniens Natur?
Warum werden asiatische Marienkäfer nach Europa importiert?

Hier ein Auszug aus dem BnatSchG:
"""
5. heimische Art

eine wildlebende Tier- oder Pflanzenart, die ihr Verbreitungsgebiet oder regelmäßiges Wanderungsgebiet ganz oder teilweise

a) im Inland hat oder in geschichtlicher Zeit hatte oder

b) auf natürliche Weise in das Inland ausdehnt;

als heimisch gilt eine wildlebende Tier- oder Pflanzenart auch, wenn sich verwilderte oder durch menschlichen Einfluß eingebürgerte Tiere oder Pflanzen der betreffenden Art im Inland in freier Natur und ohne menschliche Hilfe über mehrere Generationen als Population erhalten,

"""
Sind also Baumschachtelhalme und Japan-Staudenknöterich heimisch? Oh je.

Ich möchte nichts verharmlosen, nichts ad absurdum führen. Die Listen sind wichtig, aber letztlich (finde ich) nur die halbe Wahrheit. Und keine Lösung. Brauchen wir andere Ansätze?
Bin nur ich überfordert?

Was haben Roßkastanie und 'Genpflanzen' mit den Listen zu tun, oder die Eiszeit, denkt jetzt der ein oder andere, ich finde: ein bisschen schon.

Gruß, CL
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Wenn ich mir die Liste der Neophyten so anschaue und überlege, wieviel davon in den Gartencentern, Gärtnereien und im Versandhandel davon angeboten wird ... ich würde sagen, wir sollten den Ball nicht allzu steil ansetzen. :wink:
Denn dann dürften wir keinen Mais, keine Kartoffeln, Tomaten und etliches Anderes mehr anbauen, denn das sind genauso in Europa bzw. Deutschland eingeführte Arten. :mrgreen:
Fakt ist, dass wir einer sich stetig verändernden Welt leben, was eben zum Aussterben div. einheimischer Pflanzen führt. Oder diese Pflanzen kommen nicht so klar mit den Bedingungen.

Damit möchte ich bei weitem nicht alles an Pflanzen verteufeln, sondern eben nur darauf hinweisen, dass uU die Neophyten vielleicht genauso ihre Daseinsberechtigung haben. Gerade den Buddleia finde ich für bestimmte Schmetterlinge wichtig, die wegen fehlender Nahrung sonst eben nicht mehr überleben würden.

Steinigt mich nicht, letztendlich könnte man sonst auch Darwins Ausleseprinzip vergessen. :wink:
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Danke Lonny Moon für Deinen Beitrag. Ich hatte mir ja eine kleine Diskussion und Meinungen erhofft und auch deshalb mit Marienkäfern und Eiszeiten 'um mich geschmissen'. Interessant fände ich, wie andere Gärtner und Naturliebhaber mit dem Thema umgehen, welche Konsequenzen gezogen werden. Was kann, was soll der Einzelne (naturliebende) Bürger tun?

Hier ein Filmtipp zum Thema (nächste Wiederholung am 1. August):

http://www.arte.tv/guide/de/049261-000/ ... r-pflanzen

Ich habe Bestände von Stauden-Knöterich und Herkulesstaude gesehen, welche jahrelang am Straßenrand fröhlich vor sich hin wuchsen. Diese Pflanzen wurden im 19. Jahrhundert eingeführt und seit mindestens 30 Jahren als invasiv eingestuft und beobachtet. Die Bekämpfung scheint aber von Einzelaktionen abhängig zu sein?
Draussen in der Natur brauchen wir (und die Schmetterlinge) den Buddleja-Strauch wohl nicht wirklich, auf den Stadtbrachen, wo er verwildert, kann er vielleicht ja doch den ein oder anderen (Schmetterling) erfreuen und über den Tag retten.

Darwins Ausleseprinzip: Vielleicht kann man ja hoffen, daß im Falle einer zu großen Ausbreitung, Schädlinge, Fressfeinde oder Krankheiten 'nachkommen' und sich genauso stark vermehren. Die Natur regelt durchaus vieles, die Schäden können aber vorher schon immens sein.

Meinen Flieder behalte ich trotzdem erstmal. CL
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beim sommerflieder und auch anderen,von mir nicht heimischen pflanzen halte ich es so, rechtzeitig die samenstände entfernen, das sich die pflanzen garnicht durch vögel oder wind ausbreiten können, ich denke das hab ich bis lang gut im griff :wink:

ansonsten gehe ich mehr und mehr dazu über heimische bedrohte pflanzen gezielt im garten anzupflanzen

zb die küchenschelle

zitat: Besonders in Norddeutschland ist bei der Küchenschelle ein extremer Bestandsrückgang zu verzeichnen.

http://www.loki-schmidt-stiftung.de/blume/1996.htm
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Hmm, wenn ich jetzt mal aus dem Nähkästchen plaudere ...

Vor rund 30 Jahren wurde auf einem Hang, der bis dahin als Schafweide genutzt wurde und als Spielplatz für uns Kinder eine Gartenanlage angelegt. Die freien Zwischenflächen wurden weiter durch Schafe abgeweidet.
Alles gut, alles schön, um eine in meinen Augen gewogene Wiese zu behalten, um auch dem s.g. Niederwild eine Heimat zu bieten.

Mit der Wende fielen die regelmäßigen Pflegemaßnahmen durch die Schafe weg ... was im Ergebnis dazu führte, dass sich auf den freinen Flächen Bäume durch Versamung ausbreiteten, die bis dahin nur wenig auftretende Goldrute inzwischen die Vorherrschaft übernommen hat, was zum erheblichen Rückgang der bis dahin vorherrschenden Wiesengräser führte. Desweiteren breiteten sich ebenso invasiv wilde Brombeeren aus ...

Für mich steht seit längerem die Frage, was sind in diesem Fall die nötigen Pflegmaßnahmen. Ich würde schon mehrmals im Jahr Schafe oder auch Ziegen über solche Flächen jagen, doch das wird im Rahmen der derzeitigen Landwirtsschaftspolitik nicht als nötig erachtet. :roll: Letztendlich trifft diese Problematik auch bei der Deichpflege zu ...

Ich mache es genauso wie Rose, ich erfreue mich an den eingewanderten Pflanzen und versuche nicht unbedingt intensiv deren Ausbreitung zu fördern.
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Fragen:

Bei meinem Eschenahorn kann ich die Samenstände nicht ausbrechen. Was nun? Ich weiß gar nicht, ob 'er' männlich oder weiblich ist. Es gibt rein männliche und rein weibliche Sorten. Wäre der Verkauf und Anpflanzung ausschließlich männlicher Bäume ein Möglichkeit eine Verwilderung zu verhindern?

Ich habe in der oben verlinkten Tabelle invasiver Gefäßpflanzenarten Galeobdolon argentatum entdeckt, Synonym Lamiastrum galeobdolon subsp. argentatum. Die Gewöhnliche Goldnessel (Lamium galeobdolon, Syn.: Galeobdolon luteum, Lamiastrum galeobdolon wird als heimisch eingestuft. ?? Irgendeine Goldnessel habe habe ich wohl im Garten, bzw. versuche das wuchernde Zeug loszuwerden.

Akeleien habe ich auch im Garten. Sind heimisch und geschützt. Vermehren sich sehr stark. Sind sie wildwachsend? Dann müsste ich sie entfernen, weil ihr 'Besitz' verboten ist, das Ausgraben aber natürlich auch. :wink: 'Vermatsche' ich den Genpool der wilden Populationen, wenn ich Sorten der Akelei kaufe und dort pflanze? Tue ich dies auch, wenn ich z'B. buntblättrigen Liguster pflanze?

Wilder Wein kann sich wohl invasiv ausbreiten. Im bebauten Gebiet kann er als Fassadenbegrünung platzsparend viel Grün (Sauerstoff. Luftreinigung, Kühlung) und entsprechenden Lebensraum bieten. 23 heimische Vogelarten ernähren sich (auch) von seinen Früchten (und verbreiten die Samen). Gute Pflanze - schlechte Pflanze?

Bedrohte Arten können wir nur retten, wenn wir ihre Lebensräume erhalten, sei es Natur- oder Kulturlandschaft. Um die Moore zu zerstören, brauchen wir die Schlauchpflanze nicht, das schaffen wir schon selbst. :wink: Vor das Pflanzen-Management muss man vielleicht ein Management der Lebensräume und Freiraumnutzung setzen. Inwieweit man den Klimawandel miteinbeziehen kann und soll ist fraglich.

CL
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Ich denke, dass sich trotzallem Pflanzen und Tiere hier ausbreiten, die auf Grund des veränderten Klimas optimale Bedingungen finden. Da können wir versuchen zu stoppen wie wir wollen, es wird nicht klappen. :mrgreen:
Und eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass wir zwar vielleicht die fremden Sorten bekämpfen und die Nachbarn links und rechts sie Pflanze "achso herzig" finden und entsprechend lieben. Was soll man dagegen machen?

Wilder Wein, Efeu udgl. ... auch deren Ausbreitung zu unterbinden ist beinahe unmöglich. Da sind schon die Vögel davor. :lol:
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Wo gerade die Akelei erwähnt wird: bei uns fühlen sie sich i. d. R. sehr wohl, und ist eine Pflanze erstmal etabliert, ist sie auch schon auf und davon: über sämtliche Nachbarsgärten hinweg und sicher auch in die Natur hinaus.
"Darf" ich mir in so einer Situation alle möglichen Sorten, evtl. auch nicht-europäische, in den Garten pflanzen, oder gilt das schon als Beeinträchtigung der heimischen Flora? Werden dann einheimische Akeleien verdrängt?

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