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Picea sitchensis - Sitka-Fichte

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In unserem Lexikon der Pflanzen sind die Pflanzenarten alphabetisch sortiert. Es werden alle Pflanzengattungen wie Gartenpflanzen, Zimmerpflanzen und exotische Pflanzen aufgeführt. Zu fast jeder Pflanze gibt es Angaben zum schneiden (Rückschnitt und Erziehungsschnitt) , wässern (wie viel Wasser und wie oft), düngen (welcher Dünger und wann muss gedüngt werden), Standort (sonniger, halbschattig oder im Schatten, Licht und Ansprüche), Erde (welcher Boden oder welches Substrat), Krankheiten (bekannte Schädlinge und Erkrankungen, Mittel wie Insektizide und Fungizide sowie Maßnahmen zur Bekämpfung).
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BeitragPicea sitchensis - Sitka-FichteSa 11 Jan, 2014 12:59
Picea sitchensis - Sitka-Fichte

Familie: Pinaceae (Kieferngewächse)

Pflanzengruppe: Picea (Fichten)

Herkunft:
Sie ist die größte aller Fichtenarten und im westlichen Nordamerika beheimatet.
Auf einer Länge von 2500 Kilometern und einer Breite von 30 - 210 Kilometer, die Nordamerikanische Westküste entlang, von der Insel Kodiak/Alaska bis hin nach Nordkalifornien, findet man die Sitkafichte vor. Als offizieller Staatsbaum des US-Bundesstaates Alaska hat sie ihren Namen von der dortigen Insel Sitka.

Verbreitung:
Wegen ihrer breiten und sperrigen Krone, welche wenig harmonisch wirkt, findet der Baum in Gärten und Parks keine Verwendung.
Der Baum kam erst gegen 1880 nach Mitteleuropa und wurde nur in geringem Umfang forstlich angebaut. Den höchsten Holzertrag erzielte man dabei in Küstengegenden, an Flüssen und Seen und in regenreichen Bergregionen. Auf derart guten Standorten erzielt man eine hohe Massenleistung.

Habitus:
Diese größte aller Fichtenarten wird durchschnittlich 50 - 70 Meter hoch, kann aber in Ausnahmefällen sogar 95 Meter erreichen. Mit einem maximalen Stammdurchmesser von 5 Metern zählt sie zu den mächtigsten Baumarten unserer Erde. Als Höchstalter ist 800 Jahre angegeben.
In den ersten Jahren ist die Pflanze eher langsamwüchsig. Sie kann jedoch mit 50 Jahren schon eine Höhe von 27 Metern erreichen.
Jungbäume bilden eine schmal kegelförmige Krone aus, ältere Exemplare verjüngen ihre Spitze gleichmäßig kegelförmig. Altbäume sind im Freistand bis zum Boden hin beastet und besitzen eine breite Krone. Die Äste stehen waagerecht ab und sind nur im oberen Bereich aufwärts gerichtet. Der Baum besitzt die Eigenschaft Schäden im Kronenbereich, die durch Stürme oder Schneedruck entstanden sind, zu regenerieren. Die geschieht durch die Bildung von Ersatztrieben (Proventivtrieben). An Wasserläufen, Seen oder Überschwemmungsgebieten stehende Bäume bilden häufig Wassertriebe aus.

Blätter/Nadeln:
Die spitz-kegelförmigen Winterknospen haben eine gelbbraune Farbe und sind zwischen 4 bis 5 mm lang. Im höheren Bereich werden sie größer als im unteren. Sie haben enganliegende Knospenschuppen. Die 15 - 25 mm langen Nadeln werden rund 1 mm breit, im Querschnitt relativ flach, steif und scharf zugespitzt. Ihre Unterseite ist gekielt. Seitlich des Kiels befinden sich 5 - 8 Spaltöffnungsreihen. Größtenteils stehen sie radial von den Zweigen ab, an der Zweigunterseite gescheitelt. Während die Nadeloberseite ein frisches Grün zeigt, ist die Unterseite silbrig-graugrün gefärbt. 5 - 6 Jahre können die Nadeln am Baum verbleiben.

Blüte:
Nach 20 - 40 Jahren setzt die Mannbarkeit ein. Sie ist einhäusig-getrenntgeschlechtig (monözisch). Ihre Blütezeit richtet sich nach dem Standort. Sie beginnt Ende April und endet Anfang Juni, je nachdem welche Temperaturen in ihrem Verbreitungsgebiet herrschen.

Frucht/Zapfen:
Die männlichen Blütenzapfen sind dunkelrot, sie entwickeln sich aus kleinen Knospen. Diese befinden sich an den Seitentrieben von jungen Zweigen im mittleren und unterem Kronendrittel. Die Zapfen werden 6 - 10 cm lang und 2,5 - 3 cm breit. Sie haben kurze Stiele, sind zylindrisch geformt, mit einem stumpfen Ende. Anfangs sind sie grünlich-gelb gefärbt, zur Reife hin hellbraun.

Frucht-, Samenbildung:
Ende August bis Anfang September ist der Samen reif, im selben Jahr der Blüte. Mit Flügeln messen sie ca. 10 mm, ohne Flügel 2 - 3 mm.

Wurzeln:
Die Sitka-Fichte ist Flachwurzler und dringt bis in 2 Meter Tiefe vor. Seitenwurzeln können jedoch bis zu 23 Meter lang werden. Ihr jährliches Wachstum liegt zwischen 42 - 167 Zentimeter. Daher treten zwischen den Bäumen im Verband, Wurzelverwachsungen auf.
Sehr empfindlich reagieren die Wurzeln auf Sauerstoffmangel, welcher meist durch Staunässe ausgelöst wird. Die betreffenden Wurzeln stellen dann ihr Wachstum ein, versorgen den Baum nicht mehr.

Rinde/Borke:
Junge Bäume haben eine sehr feine, dünne, dunkelgraue sich abschuppende Borke. Diese wird mit zunehmenden Alter rötlicher mit grob abspringenden Schuppen. Jüngere Zweige sind kahl und besitzen eine braune, deutlich gefurchte Rinde.

Holz:
Sitka-Fichten auf eher nördlich liegenden Standorten sind astiger als die im Süden. Das Holz trocknet schnell, ist weich und gut zu bearbeiten. Die Jahrringe sind gut erkennbar, verlaufen manchmal wellig. Das gelblichbraune Kernholz wird von einem weisslichgelben bis weisslichgrauem Splint umgeben.

Verwendung:
In ihrer natürlichen Heimat liefert sie ein hochgeschätztes Nutzholz.
Das Holz der Sitka-Fichte ist leicht und fest, es lässt sich gut verarbeiten. Trotz seiner geringen Dauerhaftigkeit und seinem Hang zu verwerfen, wird es in Nordamerika geschätzt.
Bei guter Qualität wird es als Klangholz für Musikinstrumente genutzt, auch für die Masten von Segelschiffen findet es Verwendung.
Mindere Qualität verwendet man für Bau-, Faser- und Papierholz. Die Ureinwohner Nordamerikas verarbeiteten Wurzelfasern zu Körben und stellten daraus sogar regendichte Kleidung her. Das Harz nahmen sie zum Abdichten ihrer Kanus. Die harzreichen Äste wurden als Brennholz genommen.
Die innere Rinde ist sogar eßbar, man macht daraus Plätzchen, oder man nimmt sie zum Verdicken von Suppen her. Es ist auch ein Mittel zur Wundheilung und wurde gegen Husten und Lungenkrankheiten verwendet, indem man es kaute.

Standortansprüche:
Durch ihre Toleranz gegenüber Meersalz findet man sie bis hin zur Küste. Dieses regenreiche Küstenklima liebt sie, auf über 300 Meter Höhe ist sie kaum zu finden.
Es existieren heutzutage aufgrund der starken Nutzung kaum noch urwüchsige Bestände. Einer der wenigen befindet sich auf Vancouver Island in British Kolumbien. In diesem Gebiet ersetzt langanhaltender Nebel den Regen und der Bestand ist sehr wuchsfreudig. Bei solchen Bedingungen kann die Sitkafichte auch in trockeneren Zonen existieren.
Der Boden der ihr Wachstum garaniert sollte tiefgründig und locker sein, eine gute Wasserversorgung garantieren und einen ph-Wert zwischen 4,0 und 5,7 besitzen. Moor-und Torfböden, auch flachgründige werden eher gemieden. Staunässe oder Bodenverdichtung wirken sich negativ auf das Wurzelwachstum aus.
Hohe Ansprüche werden auch an die Calcium-, Magnesium- und Phosphorversorgung gestellt. Eine gute Wasserversorgung ist ihr aber wichtiger als eine Nährstoffversorgung.

Vergesellschaftung:
In ihrem gesamten Verbreitungsgebiete bildet sie Mischbestände mit der westlichen Hemlockstanne (Tsuga heterophylla), weiter nach Süden hin mit der Douglasie (Pseudotsuga menziesii), mit Lawsons Scheinzypresse (Chamaecyparis lawsoniana), der Küsten-Kiefer (Pinus controrta), der westlichen Weymouthskiefer (Pinus monticola), dem Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens) und dem Riesenlebensbaum (Thuja plicata).
Nach Norden hin sind es die Nootka Scheinzypresse (Xanthocyparis nootkatensis), die Berghemlockstanne (Tsuga mertensiana) und die Felsengebirgstanne (Abies lasiocarpa), die mit ihr vergesellschaftet sind.

Krankheiten und Schädlinge:
Sitkafichten werden leicht vom Sturm entwurzelt, wegen ihrer dünnen Rinde sind sie auch bei Waldbränden gefährdet. Ebenso empfindlich sind sie gegen Pilze, welche Wurzelfäule verursachen.
In Europa treten wiederum andere Schädigungen auf. Dieses sind z.B. Frost und Dürreschäden. Der Riesenbastkäfer hat als Schädling wohl die größte Bedeutung. Die Sitka-Fichtenlaus tritt nach milden Wintern gerne auf. Durch Saugwirkung dieses Insekts werden zuerst gelbe Nadelflecken erzeugt, dann Nadelbräunung und schließlich Nadelabfall. Bei einer Massenvermehrung können ganze Bestände entnadelt werden.
Die Sitkafichte wird jedoch seltener als beispielsweise die gemeine Fichte (Picea abies) vom Reh- oder Rotwild verbissen.

Lebensgemeinschaften (Mykorrhiza):
Mit über 100 Pilzarten lebt die Sitka-Fichte in Symbiose, einer davon ist der Perlpilz.

Aussaat:
Keimquote eher mäßig, etwa 15 %. Extrem langsames Wachstum. Sehr empfindlich bei Staunässe.

Vorbehandlung des Samens:
Samen ca. 14 Tage im Kühlschrank stratifizieren, 24 Stundenin Wasser quellen lassen, dann in Aussaaterde oder Kokosfaser aussäen. Die Sitka-Fichte ist ein Lichkeimer, also kaum mit Erde bedecken.


Quellen: Stichpunkte aus Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Sitka-Fichte
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Samen der Sitka-Fichte


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