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Pflanzen der Kanaren und Makaronesiens

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Moin,

wenn ich schon mit dem Mittelmeer eines unserer liebsten Urlaubsziele als Thema auserkoren habe, darf natürlich ein zweites auch nicht fehlen: die Kanaren und Madeira. Mit den Azoren und einem Teil Marokkos bilden diese Inseln den Archipel Makaronesien. Das hat mit Makaronis, ihr könnt es euch schon denken, nicht viel zu tun :mrgreen: .
Die Pflanzenwelt dort hat ihren eigenen Charakter. Die Nähe zu Europa kann man anhand der Pflanzen noch erkennen, die Gestalten sind dann aber oftmals doch anders.

Den griechischen Bergtee, Sideritis, kennen hier bestimmt einige. Von der Iberischen Halbinsel sind ein paar Typen auf die Kanaren gehüpft und haben dort eigene, teilweise nur sehr lokal vorkommende, Arten gebildt. Ausserdem sind es dort fast immer Sträucher geworden.
Vorstellen will ich Sideritis macrostachys. Es ist ein seltener Strauch Teneriffas. Gefunden hab ich ihn bei meinen Reisen dort hin noch nicht, aber in Kultur hab ich ihn trotzdem. Ein sehr schöner Strauch für den Wintergarten mit tollen, weißfilzigen, flauschigen Blättern (es geht aber noch besser!) und einem sehr attraktivem Blütenstand. Auch wenn die Blüten nur klein und weiß mit braun sind, man denkt immer, sie sind an der Spitze vertrocknet, haben sie etwas für sich. Einziger Knackpunkt in der Pflege ist, das die Hauptwachstumszeit in die Winter- und Frühlingsmonate fällt und er im Sommer eine leichte Hitzepause machen möchte. Zu trocken darf er im Sommer nicht werden, aber zu viel Wasser ist auch nicht ideal.
Es gibt ein paar Samen-Anbieter, die derartige Pflanzen in ihrem Sortiment haben. Es lohnt sich also, mal nach ihnen Ausschau zu halten.
Bilder über Pflanzen der Kanaren und Makaronesiens von Mo 28 Mär, 2016 18:50 Uhr
Sideritis macrostachys (3).jpg
Sideritis macrostachys (2).jpg
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Hey, ich will dich jetzt nicht ausbessern, aber du hast die Kap Verdischen Inseln vergessen :D , die sind auch ein Teil Makaronesiens.
LG, wird sicher ein interessanter Threat, war selber auch schon auf Madeira :) .
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Neinnein,

kein Problem :D .

Es gibt pflanzengeographisch halt 3 Möglichkeiten der Eingrenzung: Zentral-Makaronesien mit Madeira und den Kanaren, Lauri-Makaronesien, was ungefähr dem Bereich entspricht, den ich genannt habe (incl. einen Fitzel Süd-Iberiens) und dann Groß-Makaronesien, was die Kapverden mit einschliesst. Aber ich habe mich für Version 2, Lauri-Makaronesien entschieden, weil es doch der bekannteste Bereich ist.

Es gibt bestimmt auch hier genug Greenies, die mal Urlaub im Makaronesischen Florenbereich gemacht und dort Fotos gemacht haben, oder???
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Servus Stefan,

wiederum eine sehr gute Idee. Die Pflanze sieht auf dem ersten Bild aus, als wenn da ein Bienenschwarm zwischen die Blätter geschlüpft ist... ;)

Alles Gute

Max
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Bilder von Madeiras Pflanzen habe ich jede Menge, allerdings gehören da wohl die wenigsten, wenn überhaupt welche, zur ursprünglichen bzw. einheimischen Pflanzenwelt der Insel.
Es sind mehr oder weniger alles seit der Besiedelung eingeführte Kultur- und Zierpflanzen.
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Moin,

in vielen Blumensträußen findet man Statice oder Meerlavendel. Die Gattung ist auch bis nach Makaronesien gekommen. Gerade diese Gattung hat dort viele, sehr seltene Lokalendemiten ausgebildet. Neben kleinen, unscheinbaren Arten, gibt es auch so prächtige Pflanzen wie Limonium arboreum. Wegen dieser Schönheit findet man ihn auch öfter in den Hotelanlagen. Die Art kommt nur auf Teneriffa und dort nur im Nordwesten. Drei Populationen sind bekannt und die Art wird als "gefährdet" angesehen.
Damals hab ich für unser Schauhaus nur eine Pflanze bekommen. Um "Sicherungskopien" dieser Pflanze zu haben, falls die Mutterpflanze absterben sollte, hab ich Stecklinge versucht. Das ging in die Hose. Sie scheint aber selbstbestäubend zu sein und so konnte ich drei kleine Sämlinge finden. Glück gehabt.
Die bekannteren Alternativnamen Limonium arborescens und Limonium fruticosum sind nomenklatorisch leider ungültig, ein Herr Kuntze hat da im 19. Jahrhundert viel "Mist" produziert und somit muss die Pflanze Limonium arboreum genannt werden.
Bilder über Pflanzen der Kanaren und Makaronesiens von Mo 06 Jun, 2016 15:57 Uhr
Limonium arboreum (1).jpg
Limonium arboreum (2).jpg
Limonium arboreum (3).jpg
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Moin,

kein Mensch wird, wenn er durch einen subtropischen Wald wandert, daran denken, dass plötzlich ein Kohl auf dem schattigen Wanderweg vor ihm wächst. Sowas erwartet man einfach nicht :mrgreen: . Auf den Kanaren ist es aber so. Im November 2014 war ich im Teno-Gebirge im dortigen Lorbeerwald unterwegs und überall stand Crambe strigosa herum. Dieser Meerkohl verholzt sogar und kann mit Blütenstand über zwei Meter hoch werden. So richtig verzweigt sind die Büsche dort nicht, eher gackelig, in Kultur aber, wie bei mir in den Gruson-Gewächshäusern, sind vor allem die stark verzweigten Blütenstände richtig schön. Nicht umsonst wird z.B. der winterharte Crambe cordifolia auch als Riesen-Schleierkraut bezeichnet. Das trifft es sehr gut. Dazu kommt dann noch der Duft nach Honig.
Wichtig ist, die Pflanze zum Ende der Blütezeit etwas zurückzuschneiden. Erstens versamt er sich dann nicht so fleissig und zweitens bekommen die Blätter mit der Zeit Echten Mehltau, den man mit dem Rückschnitt auch los wird.

Die Art am Standort


Im Kanaren-Mittelmeerhaus der Gruson-Gewächshäuser Magdeburg

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Moin,

neben dem Meerkohl wächst dort auch eine weitere Sideritis-Art. Oben hab ich euch ja schon Sideritis macrostachys vorgestellt. Im Schatten eines Lorbeerwaldes erwartet man keinen Lippenblüter mit stark behaarten, fast weißlichen Blättern. Das sind ja normalerweise Pflanzen, die in der Sonne wachsen.
In der der Natur ist Sideritis canariensis fast immer eintriebig. Bei mir in Kultur konnte ich einen sehr schönen Busch daraus erziehen.

So wächst er am Standort:


Blütenstand und Blüten:



Schön ist, dass er selbstbestäubend ist und ich ihn deshalb im Schauhaus etwas verwildern lassen kann.
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Plantsman hat geschrieben:...in vielen Blumensträußen findet man Statice oder Meerlavendel. Die Gattung ist auch bis nach Makaronesien gekommen. [...]
Die haben wir auch im Garten! :D Unsere blüht vllt etwas feingliedriger und dünner als der, den du fotografiert hast, aber Ähnlichkeit ist definitiv vorhanden.
Wusste gar nicht, dass es diese Pflanzen auch "da unten" gibt (verzeiht den Ausdruck, für mich ist alles südlich von mir "da unten") :mrgreen:

Was man nicht alles lernt...
Schöner Thread, bitte weiter schreiben :pcurlaubx:

lg
Henrike
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Moin,

dieses Jahr hat bei uns der berühmte "Tajinaste Rojo" geblüht. Der Rote Natternkopf vom Teide ist wohl eins der pflanzlichen Wahrzeichen der Kanaren. In Natura hab ich ihn im November 2014 gesehen. Es war zwar keine Pflanze in Blüte, aber auch die großen Blattrosetten sind ausserordentlich attraktiv....... und für raublattgewächsverhältnisse kuschelweich.



Unsere Kulturpflanze hat am Anfang ihres Lebens mal Wasser in den Vegetationspunkt bekommen und ist durch das Ausfaulen desselben, vierköpfig weitergewachsen. Sie wurde im Schauhaus ausgepflanzt, was einen wunderbaren Busch zur Folge hatte.



Wichtig für eine erfolgreiche Kultur ist, die Pflanze in gut durchlässigem Substrat zu pflegen, sie durch gleichmäßige Bewässerung, Düngung und häufiges Umtopfen im stetigen Wachstum zu halten, volle Sonne und viel Luft zu geben sowie jeden Tropfen Wasser auf die überraschend zart-weichen Blätter zu vermeiden. In den alpinen Wüsten des Teide bekommen sie nur für kurze Zeit im Herbst mal Regen auf das Laub. Dieses wandelt sich im Laufe des Winters zu Schnee und im Frühjahr schmilzt dieser relativ schnell weg und sickert in den lockeren Lavaboden ein. Da es da oben ständig windet, bleiben die Blätter aber immer trocken.
Das Wurzelwerk ist sehr intensiv und kann so ganzjährig diesen Wasservorrat anzapfen. Man wundert sich auf jeden Fall, wie schnell die Pflanzen bei Trockenheit im Topf schlappen und vertrocknen! Wenn sie dann noch hungern, blühen sie als kleine Murkel von gerade mal 15 oder 20 cm Durchmesser.
Unsere ausgepflanzte Pflanze hat alle vier Rosetten gleichzeitig in Blüte bekommen. Dabei maß die längste Rispe knapp 1,6 m. Die jetzt, nach dem Abblühen der alten, gepflanzten Nachfolger sollen natürlich höher werden, sie schaffen bis zu 2,5 m und "dürfen" deshalb einrosettig wachsen.



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Servus Stefan,

die ist ja absolut herrlich, danke fürs Zeigen! =D> =D>

Alles Gute

Max
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Moin,

Salvia broussonetii ähnelt dem Muskateller-Salbei, Salvia sclarea. Wo dieser aber zweijährig ist, ist der Teneriffa-Endemit ein felsspaltenbewohnender Strauch.



Auch duftet er nicht. Dagegen sind die großen Blätter ziemlich klebrig. Eine Eigenart, die viele kanarische Pflanze zeigen.

Sehr schön sind dann die großen Blütenstände mit den reinweissen Blüten. An ihnen erkennt man, dass es sich um einen Salbei handelt.


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