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Pelargonium bowkeri richtig pflegen

Die richtige Pflanzenpflege, Pflanzenschnitt, Veredelung ...
Worum geht es hier: Richtige Pflanzenpflege, schneiden und veredeln...
Die richtige Pflege von Pflanzen umfasst das Düngen (welcher Dünger und wie oft düngen), Schneiden (wie schneiden und wann wird geschnitten), Wässern (wieviel Wasser und wie oft gießen), Standort der Pflanze (wieviel Licht oder Schatten), Boden (welche Erde oder Substrate), Überwinterung (wie überwintern und bei welchen Temperaturen, winterharte oder nicht), Veredelung (welche Technik zum veredeln, okulieren, anplatten oder pfropfen).
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Azubi
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Hallo in die Runde!

Ich habe mir mal eben eine Pel. Bowkeri zugelegt, obwohl ich mit Geophyten noch keine Erfahrung habe.
Kennt sich jemand mit dieser speziellen Form der Wildpelargonien schon aus und kann mir da vielleicht etwas helfen? Ich möchte das arme Ding schließlich nicht gleich als erstes killen :?

Liebe Grüße
Elfe
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Hallo Elfe,
eigene Erfahrungen habe ich leider nicht zu bieten. Aber vielleicht helfen dir die Infos, dei ich aus mehreren mir zur Verfügung stehenden Quellen bezogen habe. So eine wunderschöne Pflanze soll es doch gut haben :-) Ja, Geophyten ist so ein ganz eigenes Thema. #-o

Pelargonium bowkeri ist eine Geophyte mit einer langen, harten unterirdischen Speicherknolle und wird am besten in sandig - steinigem Substrat, vorzugsweise Bims kultiviert. Sie soll nachts duften.

Ob sie ein Sommer- oder Winterwachser ist, dazu gibt es widersprüchliche Angaben. Sie soll aber auc Gebieten in Südafrika stammen, in denen es im Sommer regnet (" ... a summer rainfall species"). Da Südafrika auf der Südhalbkugel liegt sind die Jahreszeiten, und damit auch das Klima, zu denen auf der Nordhalbkugel entgegengesetzt. Der Winter ist also im Juni/Juli, der Hochsommer im Januar/Februar. Dies erklärt, glaube ich, die unterschiedlichen Aussagen und deckt sich mit der folgenden Pflegeanleitung:

Temperaturminimum 6°C, Standort: sonnig, Düngen normal, Gießen: Januar wenig, Feb-April normal, Mai –August Ruhe, Sept-Nov normal gießen, Dezember wenig.

Gerade in der Ruhezeit sollen die Speicherknollen auf zu viel Nässe sehr empfindlich reagieren.

Es könnte von Vorteil sein, sie im Dezember/Januar kühl, aber hell zu halten um die Blüte zu fördern.
Blütezeit soll Juli/August sein, das wäre also mitten in der Ruhephase!? :-k Sie stände dann ohne Blätter (diese sollen in der Ruhephase eingezogen werden), nur mit Blüten da.

Am ursprünglichen Standort wächst Pelargonium bowkeri in steinigem Gelände auf gut drainierten Boden, bei immer wieder etwas Regen und viel Sonne. Sie wird ca ca. 40 cm hoch, allerdings ist das "Stämmchen" kurz. Dafür hat sie aber das schöne, fiedrige Laub.

Sie kann über Samen und Stecklinge vermehrt werden.

Hier noch ein paar Fundstellen wo sich P. bowkeri-Besitzer austauschen:
http://www.matthis-pflanzen-forum.de/t2 ... wkeri.html
https://www.specks-exotica.com/de/pflege.html
http://www.bihrmann.com/caudiciforms/su ... ow-sub.asp

Und in folgenden Botanischen Gärten sollen sie die Pflanze auch haben. Notfalls würde ich da versuchen Infos zu bekommen.
Botanischer Garten München-Nymphenburg,
BG Bochum
BG Münster
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Moin,

das Herkunftsgebiet von Pelargonium bowkeri (Kwazulu-Natal, Lesotho) ist ein Sommerregen-Gebiet. Dort wächst sie in Felsfluren des Grasveld in lehmigem Boden zwischen Felsen in voller Sonne. Sie wächst dort in Höhenlagen zwischen 1100 und 2400 m. Begleitpflanzen sind so bekannte Zwiebeln/Knollen/Stauden wie z.B. Fackellilien ( Kniphofia Bilder und Fotos zu Kniphofia bei Google. ), Gladiolen, Agapanthus Bilder und Fotos zu Agapanthus bei Google. und Schopflilien ( Eucomis Bilder und Fotos zu Eucomis bei Google. ).
Grob zusammengefasst würde ich sie so pflegen (schon auf die Nordhalbkugel umgedreht):
- volle Sonne, vor allem im Sommer
- gut durchlässiges Substrat: 3/5 Bims oder Lava (Körnung ca. 1 cm), 2/5 torffreie Blumenerde, vielleicht mit etwas Sand als Zuschlagstoff
- Tagesdurchschnitts-Temperaturen Dezember/Januar 8° C, Juli/August 18° C, nachts natürlich kälter und tagsüber wärmer, Durchschnitt eben, dadurch ist sie im Winter in einem kalten, frostfreien Raum besser aufgehoben (Kalthaus, Wintergarten, Alpinenhaus)
- April und September/Oktober mäßig giessen, von Mai bis August viel und von November bis März wenig, Dezember/Januar sogar sehr wenig, das Substrat kann aber übersprüht werden
- Hauptwachstumszeit ist von April bis September, in dieser Zeit kann mit einem flüssigen Blühpflanzendünger in halber Konzentration gedüngt werden
- von Anfang Mai bis Ende September kann sie, wenn die Erde durchlässig genug ist, auch ohne Schutz ins Freie gestellt werden, dann werden die Blätter bestimmt deutlich kompakter und attraktiver.
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Das ist ja das genaue Gegenteil von dem, was ich gelesen habe. Daher meine Frage: kann man nach deiner Erfahrung Pflanzen mit Ruhezeit "umdrehen", also sie entsprechend unseren Jahreszeiten pflegen? Das wäre ja viel einfacher und auch vom Licht passend.
Oder gibt es einfach nur zu wenig Leute, die diese Pelargonie Pflegen und daher die Quellenlage so schlecht ist?
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Moin,

die Terminierung in der Pflanze wird durch Temperatur, Regen und Tageslänge gesteuert. In diesem Fall beginnt die Pflanze bei steigenden Temperaturen und mehr Wasser mit dem Wachsen. Bei Winterregen-Bewohnern sind es die kühleren Temperaturen in Verbindung mit den dann beginnenden Regenfällen. So stellen sich die Pflanzen auf unsere Jahreszeiten um. Ein Sommerwachser wächst auch bei uns im Sommer, ein Winterwachser im Winter.
Wieso Deine Quellen teilweise etwas anderes schreiben, weiss ich nicht. Ich denke, die Herkunft liefert eigentlich genug Informationen über den Witterungsverlauf bzw. Wachstumsrhythmus einer Pflanze. Es gibt ein paar Ausnahmen, wie z.B. ostaustralische Erd-Orchideen, die im Sommerregengebiet leben, aber im Winter wachsen. Aber die meisten Pflanzen leben mit ihrem Klima und wieso sollte Pelargonium bowkeri im südafrikanischen Winter mit Temperaturen von manchmal bis zu -7° C und dabei nur 25 mm Niederschlag im Monat wachsen wollen? Klingt für mich unlogisch, wenn sie im Sommer höchstens kuschelige 7° C ertragen muss und dann auch noch 110 mm Niederschlag bekommt.
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Ihr seid super! Vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten! Jetzt kann ja fast nichts mehr schief gehen =D>

Meine Pflanze trieb aus einer bereits zu einem guten Drittel verfaulten Knolle und stand in ... der Gärtner nennt es vielleicht Mutterboden, ich nehme es eher als Matsch oder Dreck wahr. Wenn die dünnen Wurzelchen etwas kräftiger sind oder in der Winterruhe-Zeit werde ich das vielleicht mal ändern. Im Moment traue ich mich nicht. Nachdem der faulige Teil der Wurzel entfernt war, sah die Knolle schon gar nicht mehr so schlimm aus. Nun kann ich nur hoffen ... [-o<

Leider habe ich maximal Südwestfenster. Sicher kann ich sie überzeugen, dass ihr das genügt. Im Winter muss ich dann mal schauen. So ein Alpinhaus oder Wintergarten wäre natürlich schön ... Das Schlafzimmerfenster muss reichen. Sollte die Pflanze den Einzug bei mir überleben, werde ich ausführlich berichten. Ein Blatt ist bisher vergilbt, der Rest sieht aber vielversprechend aus :)

Für's erste liebe Grüße
Elfe
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Mein Mann hatte für meine P. ardens die Idee, sie auf dem isolierten Dachboden unterzubringen, direkt unter dem Dachflächenfenster. Hast du vielleicht eine ähnliche Möglichkeit?
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Nein, leider nicht. Ich habe nur einen fensterlosen Kellerverschlag. Ist halt ein Hochhaus ... Deshalb lasse ich das gesamte Grünzeug so lange wie möglich auf dem Balkon und stapele alles in Regale auf der Fensterbank, wenn's gar nicht mehr geht. Bei uns in Mainz (Mittelrheintal) sind das aber in der Regel pro Winter nur 3-4 Wochen, das geht schon.
Bringst Du dann alle Deine Pflanzen dort hoch? Das muss doch eine ganz schöne Schlepperei sein bei Deiner Sammlung?

LG Elfe
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Aber dann hätte deine bowkeri doch die kühle Überwinterung.

Nein, es kommen nicht alle Pflanzen auf den Dachboden, das würde nur für diese eine gelten, eventuell noch für die Agapanthus. Die ganzen anderen kommen in einen Raum an der Garage mit ca 12°C. Schlepperei ist das trotzdem. 2-3 Stunden dauert das ein- oder ausräumen #-o
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Inzwischen ist Februar und der versprochene Bericht fällig ... :roll:

Seit Ende Oktober hatte ich nicht mehr gegossen und ab Mitte November die Pflanze in die hinterste Ecke meines wind- und regengeschützten Balkons verfrachtet. Bis dahin sah sie durch regelmäßiges Gießen noch so aus (Bild 1):

Knapp zwei Monate hat sie dann bei bis zu minus drei Grad Nachttemperatur (noch weniger habe ich mich nicht getraut) draußen gestanden. Mir hat das Herz geblutet, als ich die vertrockneten Reste Anfang Januar in ein Gemisch aus Blumenerde und viel groben Vogelsand umgebettet habe, wobei die dicken Wurzeln und die Knolle noch ermutigend saftig wirkten. [-o<
Seither steht sie auf der Fensterbank mit Südwest-Ausrichtung und wird vorsichtig von unten (damit die eingetrocknete ehemalige Triebspitze nicht fault) leicht feucht gehalten. Nachdem ich schon völlig resigniert hatte, habe ich letzte Woche doch endlich das erste Lebenszeichen entdeckt und kann voller Freude verkünden: Sie lebt noch!!! =D> Und auch vorn direkt auf der Knolle zeigt sich ein vielversprechender rosafarbener Ansatz ... (Bild 2)

Nun bin ich gespannt, ob sie dank der erzwungenen Winterruhe vielleicht ... hoffentlich ... eventuell auch blüht. Das wäre gigantisch! Hach, wäre doch schon Frühling!

Sobald mein Schätzchen wieder nach einer "richtigen" Pflanze aussieht, melde ich mich wieder. Bis dahin liebe Grüße
von Elfe
Bilder über Pelargonium bowkeri richtig pflegen von Sa 18 Feb, 2017 15:34 Uhr
3 vor der Ruhe.JPG
5 zweiter Trieb.JPG

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