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pachizefalos  Gärtnermeister

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Serapias vomeracea und S. cordigera |
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pachizefalos  Gärtnermeister

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Keuschorchis - Neotinea intacta (Neotinea maculata) |
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pachizefalos  Gärtnermeister

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pachizefalos  Gärtnermeister

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vom: Mo 20 Apr, 2009 18:43 |
@ Martin89
Du fragst nach den Pilzen. Das ist ein ganz heißes Thema, weil das der Schlüssel dazu ist, wie auch der üppigste Wald ohne Kunstdünger auskommt. Die Düngerindustrie will uns weismachen, dass Boden ein lebloses Substrat sei, in das man nur ihre Produkte geben müsse, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Diese Sichtweise ignoriert vollkommen, dass in einer Hand voll gesundem Boden über 5000 verschiedene Arten von Organismen leben. Arten - nicht etwa Individuen, die sind kaum noch zu zählen.
Diese Vielzahl von Organismen lebt in einem Fließgleichgewicht, von dem Menschen wenig Ahnung haben. Vor 60 Jahren wurde dazu mehr geforscht als heute. Heute wird darein weniger Geld gesteckt, weil daraus kein verkäufliches Produkt zu entwickeln geht.
Ein ganz wichtiger Faktor in diesen Lebensräumen Boden sind die Pilze, die mit höheren Pflanzen eine Symbiose eingehen. Ich habe dazu die entsprechenden Artikel aus dem Lexikon der Forstbotanik von Schütt,Schuck und Stimm eingescannt und etwas überarbeitet, in dem ich Fachausdrücke erklärt und Abkürzungen ausgeschrieben habe, das füge ich hier ein:
Zitat:
Mykorrhiza (= Pilzwurzel}: Von Frank 1885 geprägter Begriff für die Symbiose zwischen Wurzeln od. wurzelähnlichen Organen (zumeist) höherer Pflanzen und dem Mycel bodenbewohnender Pilze (Mykorrhizapilze). Das Pilzmycel ersetzt hierbei funktionell die Wurzelhaare, hilft der Pflanze u.a. bei der Erschließung von Bodenwasser und Phosphat und wird von der Pflanze mit organischem Material (hauptsächlich Kohlenhydraten und Aminosäuren) versorgt. Die Mykorrhiza erhöht die Lebensdauer der Wurzel und fördert die Verzweigung der Seitenwurzeln. Man unterscheidet verschiedene Mykorrhizatypen aufgrund des Organisationsprinzips. Bei Forstgehölzen dominiert die Ektomykorrhiza; bei den krautigen Pflanzen ist es die VA-Mykorrhiza (Endomykorrhiza). Mehr als 90 % aller Landpflanzen sind mykorrhiziert, d.h. sie leben in mutualistischer Symbiose mit einer Vielzahl von verschiedenen Mykorrhizapilzarten (mit Ausnahme einiger Vertreter der Brassicaceae, Cyperaceae u. Centrospermen).
Mykorrhizapilze: Wurzelsymbionten (Mykorrhiza) der Cormophyta (Gefäßpflanzen); 1. meist Pilze mit septierten Hyphen (Pilzfäden mit Scheidewänden). Vertreter fast aller Gruppen der Basidiomyceten (Ständerpilze), davon sind über 500 Pilzarten als Symbionten bei ca. 250 Gehölzarten bekannt, schätzungsweise jedoch in Europa tatsächlich etwa 1300 Arten aus 58 Gattungen (hauptsächlich Boletus, Russula, Lactarius, Cantharellus, Tricholoma, Inocybe, Hebeloma, Cortinarius, Amanita) vorhanden, manche streng spezifisch an bestimmte Wirtsbäume gebunden (Begleitpilze), wie z.B. bei der Zirbe dieMykorrhizapilze Suillus placidus, S. plorans, S. sibiricus oder Rhizopogon spec. bei Douglasien Daneben andere mit breitem Wirtsspektrum bei Laubgehölzen und Nadelbäumen wie z.B. Amanita rubescens, Cantharellus cibarius, Paxillus involutus, Russula ochroleuca, Xerocomus badius. 2. Viele hypogäische Ascomycetes (ca. 10 Gattungen Gasteromycetales) und andere mit großen Fruchtkörpern; Wirtspflanzen sind gewöhnlich Bäume, Sträucher oder Zwergsträucher. Ektomykorrhiza. 3. Pilze aus der Gruppe der Zygomycetales, z.B. Endogone spec., Glomus spec. (Endogonaceae)
Endomykorrhiza.
Mykorrhizatypen: Verschiedene Erscheinungsformen der Mykorrhiza bei bestimmten Wirtspflanzenfamilien; der Ericaceen-Typ, der Orchidaceen-Typ ( Endomykorrhiza), der Arbutus-Typ und Monotropaceen-Typ ( Ektendomykorrhiza), die VA-Mykorrhiza, die bei den landwirtschaftlichen Kulturpflanzen eine Rolle spielt und die Ektomykorrhiza, die teilweise obligat bei vielen Waldbäumen (z.B. Eiche, Fichte, Kiefer, Lärche) in der Nordhemissphäre vorkommt (Abb. S. 308).
Endomykorrhiza: Häufigster Mykorrhizatyp; Pilzsymbionten: Endogone spec., Glomus spec. (Zygomycetales) oder Pezizella spec. (Ascomycetes, bei Ericaceen), mit charakteristischen inter- und intrazellularen pilzlichen Strukturen: Vesikel, Arbuskel oder Hyphenknäuel im Wirtsgewebe, bzw. frei im Boden vorhandenes Mycelium im Bereich der Rhizosphäre, das u.U. Sporen bilden kann. Tritt bei einer Vielzahl krautiger und verholzter Wirtspflanzen auf.
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Den fettgedruckten Satz habe ich so hervorgehoben und ich wiedehole ihn noch einmal, weil der meiner Meinung nach für eine intelligente ökologische Wirtschaftsform von zentraler Bedeutung ist.
Mehr als 90 % aller Landpflanzen sind mykorrhiziert, d.h. sie leben in mutualistischer Symbiose mit einer Vielzahl von verschiedenen Mykorrhizapilzarten
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Martin89  Pflanzendoktor

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pachizefalos  Gärtnermeister

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vom: Mo 20 Apr, 2009 21:38 |
Martin89 hat Folgendes geschrieben:
Die heimischen Orchideen brauchen also solche Pilze um überhaupt zu leben. Wenn diese Pilze aber dann nicht mehr vorhanden sind geht sie ein?
Ich frag mich nur wie die die Freiland Orchis verkaufen machen mit den Pilzen. Ich finde z.B. den Königin-Frauenschuh sehr schön aber auch einige Zuchtformen gibt es, die toll aussehen aber wenn die nicht wachsen, da diese Pilze fehlen, dann kann man sich das ja sparen, die in den Garten zu pflanzen.
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Also ich bin kein Orchideengärtner sondern nur studierter Orchideenlaie mit einem Dutzend anderer Baustellen...
Ich denke mir, dass viele der kultivierten Orchideen gerade solche sind, die nur zur Keimung die Pilze brauchen. Wenn denen im sterilen Kultursubstrat die Stoffe geboten werden, die sonst der Pilz liefert, klappt die Anzucht. Die chlorophyll-freien oder chlorophyll-armen Arten wie Nestwurz, Korallenwurz und Dingel werden vermutlich ohne Pilz in freier Wildbahn überhaupt nicht leben können und werden daher auch nicht für den Garten angeboten, obwohl der Dingel ja wirklich eine attraktive Pflanze ist. (Wenn jemand doch eine Gärtnerei kennt, die Dingel züchtet, bitte melden!)
Ob überhaupt Orchideen im Handel sind, die in Symbiose mit Pilzen leben, weiß ich nicht. All diese Fragen müsstest du die Praktiker fragen, die Freilandorchideen vermehren und verkaufen...
Noch zu der Frage, wo ich die alle finde: Weil der Herr Sundermann, der 1975 das Buch "Europäische und mediterrane Orchideen" geschrieben hat, auf Mallorca ganz viel Orchideen gefunden hat, bin ich nach Mallorca gefahren. (Da spielte es aber auch eine Rolle, dass ich etas in dem Buch, das lange zeit mein einziges Orchideenbuch war, falsch interpretiert hatte, nämlich die Ausrufzeichen hinter den Verbreitungsangaben. Ich hatte geglaubt, sie bedeuteten besondere Häufigkeit. Erst viel später fand ich heraus, dass in dem Buch das nur bedeutet, dass der Autor dort die betreffende Art selbst gefunden hat.) Und weil ich auch weiß, dass die Ballermänner magnetisch sind und immer zusammen hocken und fünf Kilometer weiter keine mehr zu finden sind, hatte ich auch keine Angst, dass die Orchideen inzwischen alle verschwunden wären. Und dem war dann auch nicht so. Mit der Zeit kriegt man auch einen Blick dafür, welche Biotope für Orchideen geeignet wären. Halbtrockenrasen mit Wacholderbüschen versprechen eher Orchideen als dichter Fichtenforst. Für die unscheinbaren Arten braucht man aber auch neben dem guten Blick eine gute Portion Glück oder einen guten Bekannten, der einem die Standorte zeigt.
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Aceras anthropophorum - Puppenorchis |
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pachizefalos  Gärtnermeister

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Mastorchis - Barlia robertiana |
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pachizefalos  Gärtnermeister

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pachizefalos  Gärtnermeister

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vom: Di 21 Apr, 2009 11:42 |
An verschiedenen Stellen in diesem Thema (thread) habe ich Bilder verschiedener Ophrys-Arten eingestellt. Nachdem ich jetzt eine ganze Reihe von Beiträgen zu den einzelnen Arten verfasst habe, möchte ich auch für die Gattung Ophrys Beiträge verfassen zu den einzelnen Arten.
Vorweg möchte ich aber hier noch einmal wiederholen, was ich an verschiedenen Stellen bereits angedeutet habe.
Die Familie der Orchidaceae ist in hohem Maße genetisch mobil. Das heißt, wir sind Zeitzeugen der Entstehung neuer Arten. Diese Entstehung neuer Arten geschieht nicht nur im tropischen Regenwald mit seiner fast unendlichen Vielfalt von Orchideen, nein, auch bei uns in Europa und den angrenzenden Gebieten entstehen örtliche Rassen und Sippen, die teilweise miteinander Bastarde bilden und aus denen sich neue Arten entwickeln.
Die Vielfalt der Erscheinungsformen ist vergleichbar mit den Rassen der Haustiere und die Unterscheidung nach den auf Fotos sichtbaren Merkmalen ist äußerst fragwürdig. Der Streit der Experten wird aus der Sicht fast lächerlich.
Je mehr man zu einer Art herum googelt, um so mehr wird man verunsichert, was denn nun alles dazu gehört, und wo denn die anderen Arten sich von dieser unterscheiden.
Wirkliche Klarheit ließe sich nur herstellen, wenn Aussaat-Versuche gemacht würden, was aber bei diesen Pflanzen nicht so leicht geht wie bei Mendels Erbsen. Und weil es am Ende auch unwichtig ist, findet sich wohl kaum ein Geldgeber für solche Versuche.
Daher bleíbt es dabei, dass spekuliert und fabuliert wird und niemand weiß, wer wirklich recht hat...
Ophrys-Arten locken die Blüten-bestäubenden Insekten dadurch an, dass sie wie Attrappen der entsprechenden Weibchen wirken und die Männchen teilweise noch zusätzlich durch Imitation der entsprechenden Pheromone (Duftstoffe) anlocken.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ophrys
Ein Foto einer solchen Sexualtäuschungsblüte mit dem angelockten Insekt, einer Wildbiene, findest du mit dem nächsten Link:
http://www.bundnaturschutz-eichstae..../O%20scol+bee%20Kopie.jpg
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Ophrys insectifera - Fliegen-Ragwurz |
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pachizefalos  Gärtnermeister

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Ophrys speculum - Spiegel-Ragwurz |
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pachizefalos  Gärtnermeister

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Ophrys bombyliflora - Bremsen-Ragwurz |
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pachizefalos  Gärtnermeister

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Ophrys fusca - Braune Ragwurz |
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pachizefalos  Gärtnermeister

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vom: Di 21 Apr, 2009 20:49 |
Die Braune Ragwurz, Ophrys fusca, ist eine der häufigen Orchideen im Mittelmeergebiet. Von dieser Art gibt es verschiedene Formen mit unterschiedlicher Färbung und Größe der Blüten, die teilweise als Unterarten gezählt werden. Die Form auf dem untersten Bild wird teilweise sogar als eigene Art (Ophrys omegaifera) betrachtet. Man sieht an den Fotos aber auch ander Pflanzen, die wie eine Vorstufe zu der Omega-form sind. Pflanzen mit blauem Spiegel werden als Ophrys fusca "iricolor" bezeichnet. Das vorletzte Foto zeigt auch dazu eine Vorstufe. Und der gelbe Rand an der Lippe von besonders auf dem zweiten Foto (Ophrys-fusca-4-Mallorca-2008.JPG) und dem fünften Bild (Ophrys-fusca-22-Eivissa-2002.jpg) ist so etwas wie eine Vorstufe zu Ophrys lutea, die ja auch ganz nah verwandt ist mit Ophrys fusca.
http://images.google.de/images?hl=d....mp;gbv=2&aq=f&oq=
Die Tatsache, dass hier auf den Fotos Übergänge zwischen den verschiedenen Formen zu sehen sind, lässt für mich die Unterscheidung als fragwürdig erscheinen. Wenn ich nicht weiß, ob noch ein Genfluss stattfindet, oder ob die Artbildung vorläufig abgeschlossen ist, hätte ich lieber Sammelbezeichnungen wie "Ophrys fusca - Gruppe". Aber es gibt da unter den Spezialisten Leute, die einen merkwürdigen Ehrgeiz darein setzen, möglichst ihren Namen als Anhang von einem neuen Artnamen zu veröffentlichen. Und so gibt es in der Fachliteratur eine Menge von Namen, die kommen und gehen. So wie seinerzeit Georg Christoph Lichtenberg von den Journalisten schrieb: Die Journalisten haben sich ein hölzernes Kapellchen gebaut, dass sie den Tempel des Ruhmes nennen. Darin hängen sie täglich neue Porträts auf und alte ab und machen mit ihrem Gehämmer einen solchen Lärm, dass sie ihr eigenes Wort nicht verstehen.
Die Fotos von Eivissa (Ibizza) und Mallorca sind jeweils Ende März/Anfang April gemacht. Da waren diese Pflanzen gerade richtig aufgeblüht. Die Aufnahmen vom Plateau de Lacamp konnten wegen der großen Höhe von über 600m zwei Monate später gemacht werden. Allerdings sind das auch die letzten Exemplare, die dort überhaupt noch geblüht haben und die eine heller braune Blüte ist schon fast verblüht und daher untypisch verfärbt.
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Titel: Ophrys-fusca-3-Mallorca-2008.JPG |
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Titel: Ophrys-fusca-4-Mallorca-2008.JPG |
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Titel: Ophrys-fusca-P-d-Lacamp.JPG |
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Titel: Ophrys-fusca-Eivissa-2002.jpg |
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Wespen-Ragwurz - Ophrys tenthredinifera |
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pachizefalos  Gärtnermeister

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