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ilovemygarden  Azubi

Beiträge: 11
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vom: Fr 29 Apr, 2011 12:19 |
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Hallo allerseits,
nachdem ich mich dazu entschlossen habe, unseren Hof mit einer automatischen Bewässerungsanlage zu bestücken, da bisher alle Pflanz-Versuche an der mangelnden Wasserversorgung scheiterten, will ich es jetzt aufs neue probieren, und wollte euren Vorschläge einholen.
Der Boden ist, wie schon erwähnt, eher trocken und fast schon Sand-artig; Sonne kriegen die Pflanzen reichlich, und auch vor Wind sind sie komplett geschützt. habe bereits 3 Kletterrosen ("Rosarium Uetersen"), sowie eine Clematis Montana, und 2 Glyzinien gepflanzt ;
Meine Frage:
Kann ich den Boden irgendwie verbessern?
Da die Beete ziemlich lang und nur 70cm breit sind, frag ich mich, ob Phlox, Rittersporn etc das mitmachen würde?
Weiters würde ich wahnsinnig gerne ein paar Dahlien pflanzen, und vielleicht einen Bodendecker-Storchschnabel;
Den ganzen Hof mit Einjährigen zu bepflanzen wäre mir auf Dauer viel zu kostenintensiv, deshalb nun die Überlegung gleich nur Mehrjähriges zu pflanzen.
Bin schon gespannt auf eure Vorschläge
Liebe Grüße
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Rouge  Hadassa

Beiträge: 11334
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Kultivator  Hauptgärtner

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GinkgoWolf  Gärtnermeisterin

Beiträge: 1211
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vom: Fr 29 Apr, 2011 13:46 |
Hallöchen!
Ich geb jetzt am besten die Erfahrungen von Kurt Kretschmann ("Vater" der Naturschutzeule) weiter:
Er hatte nämlich auch mit dem Sandboden zu kämpfen, den Gemüsepflanzen - insbesondere Starkzehrer wie Tomaten und Kartoffeln - nicht vertragen. Er wusste sich zu helfen und hat den Boden mithilfe von Mulchmaterial aufwerten können. Klar, der Sandboden verschwindet dadurch nicht, aber es bildet sich eine Humusschicht und die Mikroorganismen, die wichtig fürs Bodenklima sind, können überleben.
Es gibt verschiedenste Materialien zum Mulchen. Das, was wir meistens so auf Beete und Rabatten streuen (insbesondere die städtischen Grünanlagen) nehmen Borke und Rinde, um Unkrautwuchs zu unterdrücken. Das ist aber noch kein Mulchen in dem Sinne.
Zur Bodenverbesserung nehme man anderes, z.B.:
- Beinwell oder Comfrey
- Rasenschnitt
- Laub (besonders gut hierbei Birke und Ahorn)
- typischen Unkrautwuchs, wichtig hierbei nur: unbedingt vor der Fruchtreife! und ohne Wurzel logischerweise
- bei Heidepflanzen: Häcksel von Koniferen
Im übrigen sollte immer auf den pH-Wert Rücksicht genommen werden, um das Substrat nicht unnötig zu versauern. Dies würde bei folgenden Mulchmaerialien passieren:
- Häcksel, Borken, Rindenstückchen von Koniferen, Heidekrautpflanzen
- Laub von Walnuss und Eiche
Das Mulchen verbessert im Übrigen nicht nur die Bodenqualität, sondern unterdrückt auch den Unkrautwuchs, spart Wasser (weil nicht so viel verdunstet), fördert das Bodenleben (Regenwürmer und Mikroorganismen) und bringt höhere Erträge.
Hoffe, ich konnte so weit erst mal helfen
LG
Henrike
P.S. Ach so das kann man alles nachlesen im Buch "Mulch total" von Kurt Kretschmann und Rudolf Behm; ISBN: 3-922201-18-0
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snif  Pflanzendoktor

Beiträge: 4195
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Scrooge  Pflanzendoktor

Beiträge: 4693
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vom: Fr 29 Apr, 2011 15:54 |
Ich schließe mich Rouge, Kultivator und Snif an.
Man sollte die Pflanzen auswählen, die zum Standort passen, und nicht verzweifelt versuchen, den Standort umzubauen, bis er zu den Pflanzen paßt, die man gerne hätte. Letzteres verursacht nämlich nur Kosten und Arbeit.
Neben den genannten und verlinkten Pflanzen findest Du eine große Auswahl an Pflanzen, wenn Du heri in der Forumssuche das Stichwort Südbalkon eingibst.
Immergrüne Stauden wie Polsterphlox und Walzenwolfsmilch wurden ja schon genannt. Grasnelken, Blaustrahlhafer und die ein oder andere geeignete Zwergkonifere würde ich noch vorschlagen.
Auch Yucca" target="_blank">winterharte Yucca-Arten wären in Deinem Fall sehr geeignet.
An einjährigen bietet sich die Aussat von Portulakröschen und Kalifornischem Goldmohn an. Beide säen sich i. d. R. jedes Jahr zuverlässig wieder von selbst aus.
Winterharte Kakteen sind sicherlich eine Option. Es gibt hier im Forum einen Thread zur Anlage eines solchen Beetes - oder Du schaust Dich mal bei einem der einschlägigen Online-Händler um, die haben i. d. R. auch Seiten, auf denen beschrieben wird, was es zu beachten gilt (www.semper-vivum.de; Chiemgau Kaktus; Winterkaktus; auch andere Kakteenhändler wie Uhlig oder Haage haben winterharte Pflanzen in ihrem Sortiment).
Du könntest es mit bestimmten Südafrikanern versuchen, wie z. B: Kniphofia uvaria, oder Eucomis-Arten. Kniphofia müßte mit etwas Schutz im Boden überwintern können - die Eucomis-Zwiebeln müßtest Du zum Überwintern ausgraben.
Wird es allerdings zum falschen Zeitpunkt zu heiß und zu trocken bei Dir, legen die Südafrikaner (die dort im Winter wachsen und blühen) einen Wachstumsstop ein und kommen u. U. nicht zur Blüte.
Eine weitere Möglichkeit, die aus schon erwähnt wurde, wäre, geeignete Kübelpflanzen auszuwählen, die Du im Winter mit ins Haus nimmst. Indoor- Yucca" target="_blank">Yuccas, Chamaerops humilis, Madagaskarpalme, sowie große Opuntien aller Art fallen mir da ein. Bei allen Pflanzen mußt Du allerdings vorher klären, ob Du einen geeigneten Winterstandort für sie hast. Nicht-winterharte Opuntien-Arten sollten trocken und sehr hell bei etwa 5 Grad überwintern; Indoor-Yuccas und Chamaerops humilis ebenfalls hell, kühl und halbwegs trocken, die sind bei der Temperatur aber relativ anspruchslos, solange sie unter etwa 18 Grad bleibt; ähnliches gilt für die Madagaskarpalme.
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snif  Pflanzendoktor

Beiträge: 4195
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vom: Fr 29 Apr, 2011 18:18 |
Thymian wär auch eine gute Idee. Thymian, Lavendel und sonstige Provence/"Mittelmeerpflänzchen"...
unter "Staudenmohn" läuft vor allem Papaver orientale - blüht sehr zuverlässig und absolut knallig. Viele Züchtungen in orange, rot, rosa bis weiß...
Polsterphlox ist wunderschön, blüht aber letztlich nur recht kurz. Für den Rest vom Jahr musste halt noch sonst was zwischenstreuen, sonst beschränken sich die Blüten auf Ende April/Anfang Mai.
"Sukkulente" heisst einfach nur soviel wie "wasserspeichernd". Die haben irgendwelche Teile verdickt (Blätter, Stamm und/oder Wurzel) und lagern dort Wasser für Notzeiten ein. Entsprechend kommen sie mit Trockenheit sehr gut klar, sind aber empfindlich was zu viel Wasser angeht. Brauchen also ne gute Drainage - da ist so viel Sand schon mal ne gute Grundlage. Viele brauchen auch möglichst viel Licht und auch ansonsten nicht zu viele Nährstoffe, also eher karge Böden mit viel Schotter/Stein/sonst so was und wenig Humus. Da gibt's durchaus Unterschiede bei den einzelnen Gattungen, aber für die meisten passt das wohl.
Das einzige, was lästig sein könnte bei den Sukkulenten ist, dass sie unter Umständen im Winter einen Regenschutz brauchen. Das hängt davon ab, wie viel 's bei euch regnet und wie viel davon ins Beet kommt - und natürlich auch, welche Pflanzen du willst und wie der Boden nun genau wird
Aber da können dir andere sicher mehr helfen, ich hab's noch nicht ausprobiert!
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Scrooge  Pflanzendoktor

Beiträge: 4693
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vom: Sa 30 Apr, 2011 1:37 |
Wo gerade Thymian u. ä. erwähnt wurde - Lavendel ist natürlich ein Muß bei so einem Boden.....
Wie Snif schon schreibt, mögen viele der besonders sonnen- und trockenheitsresistenten Pflanzen keine winterliche Nässe. Bei den meisten bezieht sich das darauf, daß sie keinen dauerhaft feuchten Boden mögen - da reicht es oft schon, wenn der Boden nach unten hin schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit verliert bzw. ableitet (d. h. sandiger Boden, etc.). Man kann diesen Effekt verstärken, indem man besonders empfindliche Pflanzen auf schrägen Hängen pflanzt, bzw. auf kleinen Hügeln, die man vorher aufgehäuft hat.
Dann gibt es noch solche Pflanzen, die außerdem in der kalten Jahreszeit keine Feuchtigkeit von oben vertragen, weil dies z. B. zu einer Art Herzfäule führen könnte. Einige winterharte Palmen, Yuccas, und Agaven gehören da vermutlich dazu (Empfindlichkeit ist je nach Art unterschiedlich). Da kann man mit einer provisorischen Überdachung arbeiten, oder z. B. mit Tannen-Reisig oder Winterschutzvlies dafür Sorgen, daß ein Großteil des Regens nach außen weggeleitet wird; bei manchen Pflanzen ist auch das Zusammenbinden der oberen Blätter eine unterstützende Maßnahme.
Hilfreich ist bei solchen Pflanzen oft auch eine Pflanzung an einer Wand, die vor Regen schützt - entweder weil dort ein kleiner Dachvorsprung existiert, oder weil der Regen (wie bei mir) fast immer von Westen kommt, und die Mauer gegen Westen hin einen gewissen Regenschatten wirft.
Mit Pflanzen, die in Kübel und Töpfen stehen, hat man es natürlich einfacher - die kann man im Winter gezielt an eine Stelle schieben, die überdacht oder sonstwie regengeschützt ist.
Es gibt auch einige Pflanzen, wie z. B. frostharte Kakteen, denen es überhaupt nichts ausmacht, den gesamten Winter unter einer Schneedecke zu verbringen, um im Frühjahr wieder daraus aufzutauchen. Was sie nicht vertragen, ist, wenn es so ist - wie in Deutschland oft der Fall - daß der Schnee zwei Wochen liegt und dann schmilzt, und sich literweise Wasser in die Erde ergießt, dann der nächste Frost kommt, der nächste Schnee, die nächste Schmelze, usw.
Die einzige andere Gefahr für einzelne Pflanzen ist die sog. "Frosttrocknis" - wenn immergrüne Pflanzen bei gefrorenem Boden tagelang intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, und dadurch vertrocknen, weil die Blätter unter der Sonneneinwirkung Wasser verdunsten, die Wurzeln aber nichts nachliefern können. Auch viele Pflanzen, die wir als nicht so exotisch empfinden, können davon betroffen sein, wie z. B. Buchsbaum oder Kirschlorbeer. Selbst große Pflanzen können da bei extremen Bedingungen schon innerhalb weniger Tage komplett vertrocknen.
Abhilfe wäre Beschattung (wenn machbar), Einhüllen in Winterschutzvlies und Jute, um die Bestrahlung und damit die Verdunstung zu reduzieren, und evtl. rechtzeitiges Gießen an frostfreien Tagen.
Was die Pflege im Sommer betrifft: Falls der Regen ausbleibt gilt: viele dieser Pflanzen sollten bei Beginn ihrer Wachstumsphase (je nach Standort und Wetter Mitte April bis Mitte Mai) z. T. kräftig gegossen werden, damit sie gut in die Saison starten.
Im Hochsommer (bei trockenem, sonnigem und heißem Wetter) können sie durchaus alle zwei Wochen oder sogar noch etwas öfter gegossen werden - im Gegensatz zu anderen Pflanzen nehmen sie es einem aber nicht gleich übel, wenn man das mal um ein paar Tage verschiebt, oder man im Urlaub ist, etc.
Pflanzen, die in Töpfen/Kübeln sind, haben aber natürlich nicht eine ganz so ausgeprägte Trockenheitstoleranz, weil ihnen das Erdvolumen, bzw. auch ein paar tiefere Wurzeln fehlen.
Grundsätzlich gilt: lieber alle zwei oder drei Wochen einmal durchdringend gießen, als öfter kleine Mengen geben.
Ich denke, drei Grundregeln wären für Dich im Sukkulentenbereich für ein entspanntes Gärtnern wichtig:
- es gibt immer mal wieder Ausfälle, wie in jedem anderen garten auch. Ich verliere trotz Überdachung jeden Winter ein bis zwei frostharte Kakteen. Und ich weiß, daß es anderen ähnlich geht. Das ist nichts worüber man sich aufregen sollte, das ist einfach Teil des normalen Gartenalltags.
- man sollte die Zahl der besonders empfindlichen (oder teuren) Pflanzen, die im Winter einen bestimmten Schutz oder eine bestimmte Pflege brauchen, stark in Grenzen halten. Es muß so sein, daß man maximal eine handvoll von Pflanzen darußen hat, um die man sich im Winter ab und zu Gedanken macht, und ab und zu kümmert - nicht so, daß man den ganzen Winter rumrennt und schuftet.
- für die allgemeine rundum-Bepflanzung kostenarm arbeiten - dann fällt Punkt 1 auch nicht so ins Gewicht. Ableger von Sedum und Sempervivum kann man von vielen Freunden und Bekannten haben. Sedum und Sempervivum, die man kauft, lassen sich schnell vermehren, d. h. ein Töpfchen pro Sorte reicht. Lavendel-Sämlinge müßten auch zu beschaffen sein. Und ich halte wie gesagt die Direkt-Aussaat von Portulakröschen und Goldmohn für sehr lohnenswert.
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