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Pflanzen & Botanik? Das Thema Pflanze mit allen Details...
Wissenswertes über Gartenpflanzen (Bäume, Sträucher und Stauden), Zimmerpflanzen (Palmen, Tropenpflanzen und exotische Pflanzen), Nutzpflanzen (Früchte, Obst und Gemüse), Wildpflanzen, Sukkulenten und Pilzen. |
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Jule35  Pflanzendoktorin

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daylily  Pflanzenprofessorin

Beiträge: 5701
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vom: Sa 15 Jan, 2011 16:15 |
Also mastig ist bei Zierpflanzen auf jeden Fall negativ, weil man ja nicht einfach besonders viel Blattmasse haben will, sondern die Pflanze lieber gut proportioniert und ästhetisch schön aussehen soll.
Wenn man eine Pflanze zu viel düngt (meist zuviel Stickstoffdünger) wächst sie unnatürlich schnell und stark, sodass die Zellwände zu dünn werden. So ist die Pflanze dann auch anfälliger für Krankheiten und Schädlinge aller Art. Besonders Blattläuse lieben die weichen Triebe von mastigen Pflanzen.
Zusätzlich neigen Blühpflanzen dazu weniger oder gar nicht zu blühen, wenn sie zu mastig sind.
Häufig sind Pflanzen aus Massenproduktionen (z.B. die großen Topfe, die als Saisonware im Supermarkt angeboten werden) sehr mastig. Sie wurden schnell und mit viel Dünger herangezogen. Fehlt diese Optimumversorgung und sie befinden sich dann bei einem zu Hause, bekommen sie oft Schädlinge und selbst eigentlich mehrjährige Pflanzen kommen nicht über den Winter.
Es gibt außerdem viele Pflanzen, an deren natürlichen Standort sehr wenig Nährstoffe zur Verfügung stehen (z.B. die meisten Kräuter, Wüstenpflanzen, Steingartenpflanzen). Werden diese zu stark gedüngt, werden sie mastig: d.h. sie verlieren ihren eigentlichen Habitus, die Blätter werden heller und unnatürlich groß, usw.
Ich hoffe, das konnte dir etwas weiterhelfen.
LG Theresa
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Rouge  Hadassa

Beiträge: 11334
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vom: Sa 15 Jan, 2011 16:17 |
Also so ganz stimmt das mit dem Anfällig-werden-für-Krankheiten durch Dünger bzw. Mästen eben nicht! Das wäre dann das Phänomen bei Vergeilen: Dünger + Lichtmangel -> führt oft zur Vergeilung, weil die Pflanzen TROTZ schlechter Bedingungen Nährstoffe bekommen und deshalb mehr Kraft haben, Licht zu suchen und noch vergeilter wachsen.
Mastig: Düngen sollte man z.B. Sämlinge erst mal gar nicht, damit sich die Wurzeln entwickeln können! Düngt man sie in dieser Zeit schon, bekommen sie ja schon alle Nährstoffe, konzentrieren sich dann auf das "Oberirdische" und vernachlässigen die Wurzelbildung! -> Phänomen Weihnachtsstern, die werden so künstlich hochgeputscht, damit sie möglichst schnell verkauft werden, mit Wurzelbildung ist da keine Zeit mehr!
Eben auch bei dem Link mit der Olive! In den südlichen Ländern sind die Böden, auf denen die Olive wächst, nicht unbedingt immer die fruchtbarsten! Düngt man die Pflanze jetzt, wird zwar die Krone immer schöner, aber sie konzentriert sich nimmer auf das Wesentliche, nämlich auch die Wurzeln zur Nahrungssuche und -aufnahme mit heranzuziehen.
Pflanzen, die herangemästet werden, sind also nicht unbedingt anfälliger für Krankheiten, sie bekommen nur einen regelrechten Entzugsschock, wenn plötzlich der Dünger wegfällt und sie sich wieder auf ihre Wurzeln besinnen müssen - die dann kaum oder nur verkümmert da sind. Daß dann auch Krankheiten folgen, steht auf einem anderen Blatt
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Rouge  Hadassa

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daylily  Pflanzenprofessorin

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Rouge  Hadassa

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daylily  Pflanzenprofessorin

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ZiFron  Pflanzendoktor

Beiträge: 3465
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vom: Sa 15 Jan, 2011 17:04 |
Ich kanns anhand der Weihnachtssterne beobachten: Ein unerschrockener Rückschnitt wenn sie das Kränkeln anfangen, um die Balance zwischen Grün und Wurzeln wieder herzustellen hat total gut geholfen.
Leider hab ich von 3 Weihnachtssternen jetzt nur noch 1 - aber nicht weil sie eingegangen wären, sondern weil einer runtergefallen und nochmal abgebrochen ist. Das hätte er nicht überlebt und den zweiten hab ich schweren Herzens entsorgt, weil sich eine ganze Armada Trauermücken genau diesen einen Topf ausgesucht hatte. Bevor die sich verbreitet haben, hab ich ihn weg. Hatte keine Lust wieder alle Töpfe neu mit Sand abzudecken, Gelbsticker zu kaufen etc.
Aber der verbliebene treibt aus wie verrückt.
Bei den Hibisken hab ich ähnliches gehabt. Mein erster, gleiches Problem wie bei dir - nicht gewachsen, dann Spinnmilben und beinahe hin gewesen. Da hab ich ihn dann auch zurückgeschnitten im Februar und hell gestellt, das Holz dann noch gesprüht und er hat wieder ausgetrieben. Diesen Winter hält er sich viel besser, wächst und blüht. Wirft aber auch abund zu mal ein gelbes Blatt ab, so dass er jetzt schon etwas nackig ist (wenn auch nicht sehr) und ich ihn im März sicherlich der Form halber stutzen würde. Bei einem anderen, den ich letzten April gekauft habe beobachte ich diesen Winter das gleiche: Wenig wachstum, wenig bis keine Knospen, extrem viel Blattverlust und immer mal wieder Spinnmilben. ABer bisher bekommt er neue Blätter, ab und zu mal ne Knospe und ich denke ich bekomm ihn durch. AUch ihn werde ich aber im Frühling mal zurückschneiden.
Also, denke ich, man muss halt bei sehr übermästeten Pflanzen evtl wirklich zur Schere greifen, auch wenns weh tut um das Grünzeug dem Wurzelvolumen unter normalen Bedingungen anzugleichen.
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Rouge  Hadassa

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Jule35  Pflanzendoktorin

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Plantsman  Pflanzendoktor

Beiträge: 2895
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vom: Sa 15 Jan, 2011 19:18 |
Moin,
zu stark mit Stickstoff gedüngte und "gepushte", also mastige Pflanzen, sind eindeutig anfälliger gegen Krankheiten und Schädlinge, es fehlt ihnen nicht nur an einem ausgeprägten Wurzelwerk. Durch den erhöhten Stickstoff-, also im Endeffekt höheren Eiweißgehalt der Zellen bzw. Zellsaftes, werden gemästete Pflanzen für Schädlinge und Krankheiten "attraktiver". Saugende Insekten siedeln sich auf derartigen Pflanzen schneller an, als auf härter gezogenen. Zusätzlich sind die Zellwände weicher, das bedeutet, das Schadpilze wie Mehltau mit ihren Haustorien schneller in diese eindringen können, genau so auch die Stechborsten der Insekten.
Die Pflanze aus dem Discounter sind aber nicht nur wegen der fehlenden Wurzelmasse schwieriger, sondern auch wegen des Klimas im hochtechnisierten Gewächshaus in dem sie produziert wurden. Dieses wird in der Temperatur, Luftfeuchte, Belichtung, Bewässerung und Düngung so gefahren, das die einzelnen Sätze schneller aus den Häusern raus sind. Diese Bedingungen führen ebenfalls zu einer Verweichlichung der Pflanzen und die Umgewöhnung an das Fensterbrett ist für die Pflanze schwer, sie muss erst neu erlernen, mit dem Mangel an Luftfeuchte, Licht, Wasser und Dünger umzugehen und deshalb verlieren derartige Pflanzen relativ schnell ihre Blätter, sie macht eine Metamorphose durch und stellt sich um.... seht euch mal Weihnachtssterne in Mexiko an!
Das die Pflanzen in der Gärtnerei nicht so befallen sind, trotz mastigem Wuchs, liegt an dem regelmässigen Einsatz von Pestiziden, wenn das nicht passieren würde, wären diese Pflanzen wegen ihrer höheren Anfälligkeit unverkäuflich, der Kunde möchte schliesslich billige, schöne, Schädlings- und Krankheitsfreie Pflanzen.
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Gluggsmarie  Pflanzendoktorin

Beiträge: 3568
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ZiFron  Pflanzendoktor

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