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Pflanzenkrankheiten & Schädlinge

Krankheit oder Schädling? Braune Blätter, kleine Tiere, was tun...
Neben den verbreiteten Schädlingen wie Blattläuse, Spinnmilben, Wollläuse, Schmierläuse, Schildläuse, Thripse, Weiße Fliege und Trauermücken gibt es auch häufige Pilzerkrankungen wie echten und falschen Mehltau, Rost und Schimmel, die zu Flecken und Schäden an der Pflanze führen. Neben den chemischen Mitteln wie Insektizide und Fungizide gibt es auch oft gute Hausmittel zu Bekämpfung der Krankheiten oder Schädlinge. Ein optimaler Standort bezüglich Licht und Boden, die richtige Erde oder ein neues Substrat sowie regelmäßiges Düngen können eine Pflanze stärken und unanfälliger gegen Schädlingsbefall und Krankheiten machen.


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Lorbeerbaum klebrige Blätter

Gast




Beitragvom: Mi 06 Okt, 2010 21:23
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Guten Abend!
Bislang habe ich mich mit Pflanzen nie näher beschäftigt. Jedoch habe ich vor drei Jahren einen kleinen Lorbeerbaum geschenkt bekommen. Er wuchs sehr gut und sieht auch ganz gut aus. In diesem Jahr habe ich ihn auch im Sommer im Wintergarten stehen lassen (halbschattig). Seit einiger Zeit sind die Blätter am unteren Stamm völlig klebrig und dieses Zeug läuft auch schon mal an den Blättern herunter. Neben dem Topf auf dem Boden klebt es bisweilen auch ganz ordentlich. Ich habe Ausschau nach kleinen Tierchen gehalten, konnte jedoch nichts dergleichen entdecken. Den Wuchs hat dies nicht beeinträchtigt, die Blätter sind sattgrün und auch sonst ist er nicht weiter "verhaltensauffällig". Was kann oder muss ich nun tun, ich möchte ihn doch gern behalten.
Ich hoffe, meinem Baum kann geholfen werden?
Mit wartenden Grüssen
N.W.

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cantharellus Offline
Pflanzendoktorin
Pflanzendoktorin


Beiträge: 2806
Beitragvom: Mi 06 Okt, 2010 21:55
Hallo,

wenn es so klebt, dann sind eigentlich immer irgendwelche Läuse der Grund.
Schwer zu erkennen sind Schildläuse, von denen sieht man nur einen kleinen braunen Knubbel, den Schild, unter dem die eigentliche Laus sitzt. Schau mal an den Ästen und Blattstielen oder auch in der Nähe der Blattrippen, ob da kleine Knubbelchen zu sehen sind!
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Gluggsmarie Offline
Pflanzendoktorin
Pflanzendoktorin


Beiträge: 3750
Beitragvom: Mi 06 Okt, 2010 21:56
Hallo,

schau doch mal nach Schildläusen. Diese sitzen meist perfekt getarnt am Stamm und Ästen. Bei sehr starkem Befall auch auf den Blattunterseiten. Schildläuse sind ungeübt schwer zu finden, du solltest dir vorher ein paar Bilder von befallenen Pflanzen aus dem I-Net anschauen.
Das klebrige Zeug was du beschriebst würde für den Honigtau den Läuse produzieren sprechen...
Ansonsten hilft auch ein Foto von Gesamtpflanze und von den Blättern (von unten fotografiert) um die Ursache besser abzuschätzen.
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Jule35 Offline
Pflanzendoktorin
Pflanzendoktorin


Beiträge: 3740
Beitragvom: Mi 06 Okt, 2010 21:57
Hi,

kannst du vielleicht mal ein Foto einstellen?
Auch wenn du keine Tierchen gefunden hast, "klebrig" klingt sehr nach Ausscheidungen von Wollläusen oder Schildläusen. Kannst du so kleine braune Knubbel entdecken? Oder kleine "Wattebäuschchen" oder kleine weiße "Stäbchen"?

Frage an alle:
Oder können Lorbeerbäume auch so einen Art Honigtau selbst produzieren wie Phalaenopsis, wenn die unter Stress stehen?
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Gast




Beitragvom: Mi 06 Okt, 2010 22:15
Hallo zusammen!
Vielen Dank für die Antworten. Ich werde morgen gleich Bilder machen und diese einstellen. Neben dem Baum habe ich Rosmarin stehen, auch der fängt jetzt an zu kleben, aber nicht so extrem. Alle anderen Pflanzen im Wintergarten sind derzeit nocht in Ordnung. Sollte ich die Pflanzen vorsichtshalber isolieren? Besorge mir jetzt erst einmal eine Taschenlampe und nehme den Lorbeerbaum unter die Lupe, lässt mir ja doch keine Ruhe. Ich melde mich mit Ergebnissen...
Und nochmals - vielen, vielen Dank!
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Rouge Offline
Hadassa
Hadassa


Beiträge: 11556
Beitragvom: Mi 06 Okt, 2010 22:21
Hallo,

bei Verdacht auf Schädlinge auf alle Fälle in Quarantäne stellen! Lieber einmal zu viel, als dann alle Pflanzen befallen zu sehen Wink ...

@Jule: Beim Lorbeer wäre mir das neu ... ich habe meinen immer noch draußen stehn - der ist bei den Temperaturen schon sehr viel Streß ausgesetzt, aber kleben tut da nix Wink

@Gast: Der Lorbeer und auch der Rosmarin gehören im Sommer raus Wink ... das bekommt ihnen auf Dauer besser als ewige Zimmerhaltung Wink
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Nomad Offline
Azubi
Azubi


Beiträge: 8
Beitragvom: Mi 06 Okt, 2010 22:48
So, habe jetzt mal ein paar Bilder. Morgen bei Tageslicht gehts sicher besser!
Der Lorbeerbaum ist ca. 180 cm groß aber nur bis zu einer Höhe von ca. 50-60 cm klebrig.

Habe drei Bilder hochgeladen. Weiß nicht, ob das funktioniert hat, bin da nicht so belesen.


Bild Lorbeerbaum klebrige Blätter - Pflanzenkrankheiten & Schädlinge -  - IMG_2001.JPG - von Nomad
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383.42 KB - Angeklickt: 124 mal
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IMG_2001.JPG
Beschreibung:

Bild Lorbeerbaum klebrige Blätter - Pflanzenkrankheiten & Schädlinge -  - IMG_2003.JPG - von Nomad
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IMG_2003.JPG
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Bild Lorbeerbaum klebrige Blätter - Pflanzenkrankheiten & Schädlinge -  - IMG_2005.JPG - von Nomad
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386.68 KB - Angeklickt: 185 mal
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IMG_2005.JPG
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Gluggsmarie Offline
Pflanzendoktorin
Pflanzendoktorin


Beiträge: 3750
Beitragvom: Do 07 Okt, 2010 10:47
Wir brauchen SCHÄRFERE Fotos. Mach mal bitte Fotos von Ästen, Blattachseln und Blattunterseiten. Du kannst auch durch eine Lupe fotografieren.

Sind auf der Pflanze Gespinste oder täuscht das auf dem einen Foto?
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Nomad Offline
Azubi
Azubi


Beiträge: 8
Beitragvom: Do 07 Okt, 2010 18:42
Guten Tag und Hallöchen!
Ich habe heute den Lorbeerbaum in den Garten getragen, geschnitten und anschließend mit Seifenlauge eingesprüht. Danach waren auf den Blättern braune Punkte zu sehen (auch auf der Unterseite und Stielen). Anschließend habe ich jedes Blatt mit Seifenlauge und Lappen einzeln gründlich abgewischt. Das war nicht schön, der Lappen war voll mit so einer braunen Substanz. Ich glaube, die Schildläuse waren die richtigen Verdächtigen. Jetzt sieht er wieder ganz gut aus. Bei der Gelegenheit hat er auch noch einen größeren Topf bekommen. In den nächsten Tagen bleibt er nun auch noch draußen, natürlich geschützte Ecke und kann noch die frische Luft genießen - selbstverständlich nur unter intensiver Aufsicht. Im nächsten Jahr wird er den Sommer wieder draussen verbringen, zusammen mit dem Rosmarin.
Soweit alles ganz gut, nur was mache ich wenn diese Dinger wiederkommen? Vielleicht doch mal die chemische Keule?

MfG - Nomad
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SchwarzeLilie Offline
Pflanzendoktorin
Pflanzendoktorin


Beiträge: 3331
Beitragvom: Do 07 Okt, 2010 19:07
Chemie würde ich nur anwenden, wenn Du die Blätter nicht zum Kochen verwendest Wink
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Ford Prefekt Offline
Gärtner
Gärtner


Beiträge: 70
Beitragvom: Do 07 Okt, 2010 19:22
Hi,
schon auf deinen Bildern sind die Schildläuse zu sehen. Ein starker Befall.
Sie halten sich auf Blättern meist an kräftigen Blattadern auf. Da sie jung eine ähnliche Farbe wie der Untergrund haben kann man sie leicht übersehen.
Nach der Behandlung sind sie auf den Blättern braun wenn sie abgestorben sind.

Du musst aber unbedingt die Behandlung wiederholen, so wie die Blätter aussahen ... wenigstens 3 mal, Abstand ca 1 Woche, sonst hast du ganz schnell wieder alles voll.
Unter dem Schild befindet sich auch die Brut und ist dadurch geschützt.

Ford

ps. auch mal 'abregnen' zwischendurch. Der 'Honig' (ausscheidungen der Läuse) ist Grundlage für viele Pilze die auch die Pflanzen schädigen.
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Nomad Offline
Azubi
Azubi


Beiträge: 8
Beitragvom: Do 07 Okt, 2010 19:35
Hi,
das macht mir ja wirklich Angst! Ein starker Befall .....! Ich habe diese Dinger erst erkannt nachdem ich den Baum mit Lauge besprüht hatte und ein wenig Zeit vergangen war. Dann war da plötzlich dieses braune Zeug auf den Blättern. Also sollte ich jetzt 3 Wochen lang dieses Besprühen und Abwischen wiederholen, auch wenn keine klebrige Substanz mehr vorhanden ist? Ich verwende die Blätter zum Kochen und im Haushalt leben zwei Hunde, deshalb wollte ich auf Chemie verzichten. Woher kommen diese Läuse, habe ich was falsch gemacht? Das kann doch nicht nur daran liegen, dass der Baum in diesem Sommer nicht draußen war.
Oh je, oh je - mein armer Baum, ich hänge doch so an ihm!
MfG - Nomad
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Ford Prefekt Offline
Gärtner
Gärtner


Beiträge: 70
Beitragvom: Do 07 Okt, 2010 19:52
Hi,
die Frage nach dem 'woher' habe ich mir auch oft gestellt.
Wie ich schon schrieb würde ich die Behandlung wiederholen.
Mit einer großen Zitrone musste ich es so 5 mal machen und bin sie aber nie ganz los geworden.
Sie haben ihre große Zeit wenn die Pflanze Stress hat. Wasser, Luftfeuchtigkeit und Licht nicht optimal sind. Das ist die kommende Zeit !!
An der frischen Luft habe ich keine Probleme bei meinen Pflanzen, dennoch sind ab und zu einzelne kräftige Läuse zu finden, im Zimmer geht es dann richtig zur Sache.
Die Ausscheidungen fallen erst von den größeren Tieren auf, man muss vorher in Ruhe alles in Augenschein nehmen.
Ich habe Zierpflanzen und setze dort Dünger/Wirkstoff Stäbchen ein ... ein modernes systemisch wirkendes Gift ... für Nahrungsmittel ungeeignet, da musst du wohl weiter mit Kernseifenlauge o.ä. den Kampf aufnehmen.

Ford

ps noch was zum suchen. auf bild2 sind rechts schon recht große läuse zu sehen. das licht ist etwas ungünstig um kleinere zu sehen, der groteil der erkennbaren lichtreflexe wird Honig sein. da musst du sehr genau die blattunterseiten ansehen bzw absprühen. die läuse spritzen die ausscheidungen problemlos 3..4 cm weg
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Nomad Offline
Azubi
Azubi


Beiträge: 8
Beitragvom: Do 07 Okt, 2010 22:34
Hallo Ford!

Vielen Dank für Deine ausführlichen Erklärungen. Ich habe heute wirklich jedes Blatt einzeln von oben und unten mit einem Lappen und Seifenlauge gereinigt. Dann habe ich mit dem Lappen die Seifenlauge auch auf dem Stamm und den Zweigen verteilt. Die Wahrscheinlichkeit alle erwischt zu haben ist vermutlich nicht sehr hoch, deshalb die Prozedur wiederholen. Kann man den irgendwann sicher sein, dass sie alle weg sind oder ist der Baum den Rest seines Dasein immer befallen?
Habe ich das richtig verstanden, die Seifenlauge (zuerst gesprüht) tötet diese Biester ab? Wäre es dann nicht gut, so rein präventiv, den Baum regelmäßig mit Seifenlauge zu besprühen?
Wie ich in den anderen Threads gelesen habe, gibt es auch noch zig verschiedene Arten von Läusen. Einige beißen sogar! Meine größte Angst ist, dass sie den gesamten Wintergarten bevölkern könnten. Da komme ich niemals gegen an. Ich habe so schöne große Grünpflanzen, mehrere Jahre alt - ein Graus dieser Gedanke!
Die erste kontaminierte Pflanze habe ich bereits entdeckt. Ich habe eine andere auch mit Seifenlauge besprüht und die gleichen braunen Verfärbungen erkannt. Bei dieser Pflanze habe ich die gleichen Maßnahmen getroffen und hoffe....
Also es gibt tatsächlich Dinge in der Natur, die die Welt nicht braucht! Einen schönen Abend wünschend grüßt - Nomad
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Gluggsmarie Offline
Pflanzendoktorin
Pflanzendoktorin


Beiträge: 3750
Beitragvom: Do 07 Okt, 2010 22:43
Deine Grünpflanzen wären ja nicht soo problematisch, da du sie ja nicht essen wirst. Einzig beim Lorbeer musst du mit Giften halt aufpassen.

Ich würde dir dazu raten, deinen restlichen Pflanzen erstmal Pflege zukommen zu lassen: Rückschnitt, entfernen von Blättern, Umtopfen was nötig usw. Anschließend würde ich sie mit einem systemisch wirkenden Gift behandeln (systemisch=wird von der Pflanze aufgenommen, der Pflanzensaft ist für saugende Insekten somit giftig).
Systemische Gifte gibt es eine ganze Reihe, zB in Form von Sticks, als Gießwasser oder zum Sprühen. Schau dich ein wenig mal im Forum um, oder auch auf der Seite von Bayer, da findeste viel.

Rouge hat es ja schon gesagt: Die Lorbeere ist so stark befallen, dass die zwingend in Quarantäne gehört. Sie wird weiter sehr anfällig für Schildläuse sein, ein einziges Muttertier reicht ja schon für eine Neubesiedlung bei günstigen Bedingungen. Aber du weißt ja nun wie die Biester aussehen und hast nen Auge dafür..
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