Ziemlich alt, aber ganz schön lecker – die Erbse wurde zum Gemüse des Jahres gewählt
Nach dem Gartensalat wurde diesmal die Erbse (botanisch Pisum sativum L.) zum Gemüse des Jahres gewählt. Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) hat es sich zur Aufgabe gemacht, trotz vermehrter Hybridzüchtung und Gentechnik, alte und fast vergessene Nutzpflanzen zu erhalten und diese weiterzuentwickeln. Seit 1999 wählen die Vereinsmitglieder das Gemüse des Jahres – damals die Puffbohne (botanisch Vicia faba L.).
Die Art Pisum sativum wurde schon früh in Kleinasien, vor allem in Afghanistan und Indien kultiviert. Erste Funde einer Pisum-Art stammen aus der Zeit 6750 v.C. aus dem Irak. Auch in Europa gibt es diverse frühe Funde. Schriftliche Aufzeichnungen über eine weite Verbreitung der Erbse im deutschsprachigen Raum finden sich aus dem Mittelalter. Die Erbse war als Nahrungs- und als Futtermittel, aber auch als Heilmittel beliebt: Erbsenumschläge gegen Ausschlag, Erbsenbrei gegen Zahnweh und Gelbsucht – die Verwendungsmöglichkeiten waren vielfältig.
Auch in Märchen spielte die Erbse immer wieder eine Rolle – man denke nur an: „Die Prinzessin auf der Erbse“.
Erbsen sind einjährige Pflanzen, die zu den Hülsenfrüchten gehören. Sie benötigen nur wenig Dünger, denn an ihren Wurzeln sind Bakterien tätig, die Stickstoff aus der Luft aufnehmen können und ihn binden. Aus diesem Grund lässt man die Wurzeln der Erbse nach der Ernte im Boden. Idealerweise wachsen Erbsen auf fruchtbaren Böden an einem sonnigen Standort. Um Schädlingen vorzubeugen, empfiehlt sich ein Fruchtwechsel am Standort. Ausgesät werden Erbsen im späten Frühjahr – direkt ins Freiland. Natürlich können sie auch im Haus vorgezogen werden. Eine Rankhilfe erleichtert Erbsen das Wachstum. Am besten schmecken Erbsen, wenn sie jung und ganz frisch geerntet sind – sie sind zusätzlich äußerst gesund. Die enthaltenen Vitamine, Eisen und Eiweiß machen sie zu einer gesunden Kost – eine leckere Mischung, aber am besten frisch.
Der VEN hat die Erbse zum Gemüse des Jahres gewählt, um auf die Sortenvielfalt hinzuweisen. Obwohl es mehr als 200 verschiedene Erbsensorten gibt, werden in Deutschland nur die gängigsten drei Sorten angebaut – das ist schade und erhöht die Anfälligkeit der Sorten. Denn: je mehr Sorten angebaut werden, desto weniger Chancen haben Krankheiten, sich auszubreiten. –nf-
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