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Früher war alles besser.... - vor allem die Stecklinge? |
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Scrooge  Pflanzenprofessor

Beiträge: 5602
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vom: Di 10 Feb, 2009 22:56 |
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Bin ich der einzige, der Probleme mit Stecklingen hat, oder geht euch das auch so?
Ich habe als Kind voller Begeisterung Dutzende von Zimmerpflanzen angesammelt, aber dabei nicht wirklich viel von Pflanzen verstanden.
Ich hatte sie in billiger Erde, und hab' sie ständig so stark gegossen, daß die Übertöpfe bis zur Hälfte voll mit Wasser waren, und auf dem Substrat mehr Schimmel gewachsen ist, als sonst irgendwas.
Daß das trotzdem jahrelang gut ging, lag nur daran, daß es sich bei den Pflanzen fast ausnahmslos um solche gehandelt hatte, die hart im Nehmen sind (Grünlilien, etc.).
Besonders begeistert habe ich immer Stecklinge gemacht (so kam auch die große Menge an Pflanzen zustande): Grünlilien (Kindel), Buntnesseln, Tradeskantien, die eine oder andere Crassula. Alles immer fröhlich in Wasser gestellt, und dann in billige 0-8-15-Erde gesteckt - und es ist immer alles schön gewachsen.
Heute weiß ich es besser, bzw. lese hier im Forum bei jeder Pflanze ganz genau nach, wie ich es machen muß. Und trotzdem muß ich um jeden Steckling kämpfen.
Ich hatte letzten Sommer ein Grünlilienkindel von einer Nachbarin - da dachte ich, ich erleb's nicht mehr, bis das Ding endlich Wurzeln schlägt. Alle Versuche mit Buntnessel-Stecklingen sind zwei Jahre hintereinander gescheitert. Von Crassula will ich gar nicht erst anfangen. Und auch bei anderen, angeblich leicht zu bewurzelnden Pflanzen habe ich nur mit Hängen und Würgen eine leidliche Erfolgsquote hinbekommen.
Gab natürlich auch erfreuliche Ausnahmen. Aber alles in allem hatte ich das mit den Stecklingen irgendwie deutlich einfacher und erfolgreicher in Erinnerung.
Woran liegt das? Hat es den Stecklingen früher vielleicht einfach gut getan, daß ich weniger wußte und mich weniger gekümmert habe, und sie dementsprechend wahrscheinlich einfach mehr in Ruhe gelassen habe?
Oder war das früher mit den Stecklingen auch gar nicht so toll, und ich bin inzwischen so uralt, daß ich die Vergangenheit durch eine rosarote Brille sehe?
Oder sind Zimmerpflanzen inzwischen so überzüchtet, daß das schwerer geht; oder [conspiracy mode] werden die vielleicht absichtlich heute so gezüchtet, daß man weniger Ableger machen kann und mehr kaufen muß? Den Verdacht habe ich ja jedes mal, wenn ich von diversen neuen Grünlilienzüchtungen lesen muß, daß sie angeblich keine Kindel bilden. [/conspiracy mode]
Ich schau jetzt mal, ob ich irgendwo Superthrive herbekomme. Dann wollen wir im Frühjahr mal sehen, wer stärker ist: ich, oder die Stecklinge.... 
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Mel  Queen Of Green

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Canica  Grüne Düse

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baki  Pflanzendoktor

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Scrooge  Pflanzenprofessor

Beiträge: 5602
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florentina1602  Obergärtnerin

Beiträge: 635
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vom: Sa 14 Feb, 2009 7:26 |
Hallo Scrooge
So wie du, hab ich es früher auch gemacht. Und heute auch noch. Alles ins Wasser, nach dem bewurzeln in Erde - und es wächst fröhlich vor sich hin.
Wenn ich mir heute Pflanzen kaufe mache ich mich nur schlau, was sie brauchen. Standort, Wasser und Substrat. Alles andere geht nach Gefühl
Wenn kein Frost mehr erwartet wird, kommen fast alle Zimmerpflanzen nach draußen auf den Balkon und im Herbst räume ich sie wieder ein.
Dünger gibt es nur, wenn ich mal dran denke - also ziemlich unregelmäßig.
Gegossen wird nur, wenn alles knochentrocken ist - dann aber richtig.
Hin und wieder kommt ST ins Gießwasser.
Ich bin zwar jeden Tag hier im Forum und lese und mache mich schlau aber im Großen und Ganzen bekommen meine Pflanzen keine Sonderbehandlung. Und sie fühlen sich offensichtlich sauwohl. Alle wachsen und gedeihen prima.
Einzige Ausnahme war meine Tacca. Die hat wahrscheinlich zu viel Pflege von mir bekommen und hat sich verabschiedet
. Sie kommt im Frühjahr auch auf den Balkon und bekommt noch eine Chance.
Sicher hab ich auch Pflanzen, die bei mir nicht wollen (Blühpflanzen und Farne). aber gut, das weiß ich und die kauf ich mir auch nicht mehr.
Das einzige, worauf ich achte, ist hochwertige Pflanzenerde.
Mach dir nicht so viele Gedanken, die meisten Pflänzchen wollen keine Sonderbehandlung. Verluste gibt es immer - warum? Keine Ahnung - aber wieder andere wachsen um so fröhlicher vor sich hin.
LG
Brigitte
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Lapismuc  King Of Green

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florentina1602  Obergärtnerin

Beiträge: 635
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vom: Sa 14 Feb, 2009 18:38 |
Aber es ist nun mal so, das wir vielen Pflanzen nicht ihre gewohnte/übliche Pflanzensituation/Umgebung bieten können. Wir versuchen es, aber es funktioniert nicht immer. Da muss man nun mal mit Rückschlägen rechnen.
In der freien Natur ist es auch so, irgendwo sät sich etwas ein. Es fühlt sich wohl, wächst und gedeiht. Sind nicht die richtigen Bedingungen gegeben, wird erst gar nichts daraus.
Wir versuchen, die Pflanzen zu kultivieren und die "normalen" Bedingungen nachzustellen. Aber wir können nicht das Klima nachstellen, das ja auch eine sehr große Rolle dabei spielt.
Wir können mit unserer Pflege alles tun, damit nach unserem Wissen alles passt.
Aber es ist nicht die Natur. Und wir sind nicht der liebe Gott. Also sind uns Grenzen gesetzt.
Wir sollten einfach froh sein, das die Pflanzen, die wir hegen und pflegen, es uns mit gesundem Wachstum und wunderschönen Blüten danken.
Ich gehöre auch zu denjenigen, die alles mögliche ausprobiere. Ich liebe exotische Pflanzen und das Außergewöhnliche. Aber es ist mir durchaus bewusst, das ich auch derbe Rückschläge in Kauf nehmen muss. Und was bei mir nicht geht, das geht eben nicht. Dennoch bin ich jedesmal sehr traurig, wenn sich eine Pflanze verabschiedet
.
Zum Glück geschieht das nur sehr selten
Auch Perfektionisten, Erfolgsorientierte, Professoren und Doktoren sind nicht perfekt und können alles. Wir sind alle nur Menschen .
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