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Bausachverständige, Architekten o.ä. hier im Forum?

irenereni Offline
Obergärtner
Obergärtner


Beiträge: 875
Beitragvom: Do 15 Nov, 2007 18:24
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Hallo,
falls hier jemand ist, der sich mit so etwas auskennt, bräuchte ich bitte einen Rat.
Es geht um folgendes:
Bei uns in der Straße wurden Tiefbauarbeiten durchgeführt. Da zu befürchten war, dass die am meisten betroffenen Gebäude Bauschäden davontragen könnten, wurde uns von Seiten der Stadt ein Bausachverständiger geschickt, der vor Beginn der Baumaßnahmen eine fotografische Bestandaufnahme des Hauses von innen und außen machte.
Die Bauarbeiten zogen sich, mit vielen, vielen Unterbrechungen dann beinahe über ein Jahr hin.
Als die ganz großen Baumaschinen (ich glaube es waren Verdichter) in Aktion waren, gab es in unserem Haus so große Erschütterungen, dass nicht nur die Betonböden bebten, sondern im Wohnzimmer sogar unser, wirklich schwerer Schwedenofen mitsamt dem Ofenrohr ca. 10 cm aus dem Kamin vibriert wurde. Übrigens ist auf der anderen Seite eben dieses Kamins im Bad eine Fliese, die seitdem lauter kleine Haarrisse hat (so wie ein Spinnennetz).
Nach Beendigung der Bauarbeiten entdeckten wir am Dach unseres Wintergartens, das aus mehreren Bahnen Hohlkammerplatten mit Aluträgern dazwischen besteht, mehrere Querrisse, sowohl von außen, als auch von innen.
Der Wintergarten besteht ebenfalls aus Alu, das Haus aus Backstein.
Der Wintergarten befindet sich nicht auf der Straßenseite, die direkt bei den Baumaßnahmen war, sondern an der gegenüberliegenden Hausseite.
Wir meldeten die Schäden bei der Stadt an und der von der Stadt beauftragte Bausachverständige kam abermals um seine Fotos zu machen.
Jetzt haben wir den Abschlussbericht erhalten. Der Gutachter kam zu dem Schluss, dass die Schäden am Wintergartendach nicht durch die Erschütterungen zustande gekommen seien, weil andere Risse an der Fassade, die näher an der Baustelle seien sich nicht verändert hätten und deshalb könnte ein weiter entferntes Gebäudeteil überhaupt nicht betroffen sein.
Ich verstehe das nicht so ganz. Kann es denn nicht sein, dass die Platten, die ja links und rechts von Alustreben eingefasst sind durch starke Erschütterungen Risse bekommen, ohne dass am Haus selbst etwas beschädigt wurde???
Es gibt es doch auch, dass ein Fenster zerspringt, ohne dass dabei die Wand kaputt geht, oder?
Ich hoffe ich kann hier eine ehrliche Antwort bekommen, denn der Bausachverständige, der von der Stadt beauftragt ist, wird ja wohl immer zu Gunsten der Stadt beurteilen (wess' Brot ich fress', des Lied ich sing...)
Leider haben wir keinen Rechtschutz, so dass wir bei einer unklaren Rechtslage wohl den kürzeren ziehen werden. Oder gibt es eine unabhängige, kostenlose Schiedsstelle oder etwas ähnliches???
Gruß Irene

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Rose23611 Offline
Pearl Of Green
Pearl Of Green


Beiträge: 37028
Beitragvom: Do 15 Nov, 2007 18:34
hallo

ich bin zwar kein sachverständuger, aber ich könnte mir schon vorstellen das die schäden trotzdem daherrühren, der boden wird erschüttert und die wellen werden durchs erdreich getragen (ähnlich wie ein erdbeben)

ich würde mir einen eigenen baugutachter zu rate holen, der kann dann mit den vorher bildern des gutachters der stadt, vergleiche ziehen
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nazareno Offline
Gärtnermeister
Gärtnermeister


Beiträge: 1955
Beitragvom: Fr 16 Nov, 2007 9:50
punkto bautechnik habe ich schon gewisse kenntnisse, daher hier meine ansicht:
wenngleich die ist-dokumentation, welche den status quo dokumentieren soll, nicht hinreichend ist, wenn sie tatsächlich nur aus fotos besteht, gebe ich dem SV insofern recht, als auch ich glaube, dass - im unterschied zu dem kaminschaden, der wohl unstreitig ist - die festgestellten veränderungen am wg-dach nicht durch erschütterungen herrühren dürften.
Dies aus folgenden gründen:
- Die senkrechten bauteile des wg blieben offenbar frei von schäden
- doppelstegplatten sind ein relativ flexibles material, das vibrationen gewöhnlich gut absorbiert
- die bedachung, mit diesem material ausgeführt, ist von vorneherein nicht dauerhaft und für diesen extrem bewitterten ort nur bedingt geeignet (durchhängen, harrisse, opakwerden (verlust der transparenz) sind hier nach wenigen jahren zu erwarten)
- die beschriebenen veränderungen können ohne weiteres durch gewöhnliche witterungseinflüsse, wie z.B. hagelschlag, hervorgerufen werden. Für die an der innenseite befindlichen risse würde diese ursache jedoch nur bedingt anzunehmen sein
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irenereni Offline
Obergärtner
Obergärtner


Beiträge: 875
Beitragvom: Fr 16 Nov, 2007 10:48
Hallo nazzareno,
danke für deine Antwort.
Du schreibst, dass die Sache mit dem Kaminschaden unstrittig sei. Das ist es ja auch, was mich ärgert - die wird nämlich im Schadensbericht überhaupt nicht erwähnt. Und beim regen E-Mail-Austausch, den wir momentan mit dem Sachverständigen pflegen, geht er darauf auch niemals ein, obwohl wir diese Sach schon zwei Mal erwähnt haben!

Die Wintergartenbedachung ist von einem rennomierten Hersteller und wurde erst im Jahre 2004 erneuert, weil wir nach einem schweren Unwetter einen Hagelschaden hatten.

Jetzt aber noch eine andere Frage:
Der Bausachverständige schreibt uns auf unsere Nachfrage per E-Mail folgendes:

(Zitat) "Die Erschütterungswellen sind eben von der Baumassnahme aus am stärksten und nehmen mit zunehmender Entfernung ab. Es ist aus diesem Grund einfach so, dass Schäden direkt zuerst in der näheren
Umgebung der Baumassnahme enstehen müssen bevor weiter entfernte Bauteile schaden nehmen (außer bei Sonderfällen wie Felsplatten - bei Ihnen ist aber kein Fels aus meinem Kenntnisstand vorhanden)".

Die Häuser in unserer Straße wurden seinerseits (unseres ist Baujahr 1955) auf einer ehemaligen Kiesgrube errichtet.
Wäre dies im Zusammenhang mit dem "Sonderfall Felsplatten" denn evt. relevant???

Gruß Irene

Ps. @ rose: Auch dir danke für deine Antwort. Doch leider fehlt uns das Geld für einen eigenen Gutachter und irgendwelche Gerichtsstreitigkeiten (Rechtschutz haben wir nicht).
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nazareno Offline
Gärtnermeister
Gärtnermeister


Beiträge: 1955
Beitragvom: Fr 16 Nov, 2007 11:02
nein, leider nicht.
Kies leitet druckwellen anders weiter als fels.
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irenereni Offline
Obergärtner
Obergärtner


Beiträge: 875
Beitragvom: Fr 16 Nov, 2007 11:25
Danke Bernhard!
Gruß Irene
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Steger Offline
Hauptgärtner
Hauptgärtner


Beiträge: 463
Beitragvom: So 25 Nov, 2007 18:36
Da zu befürchten war, dass die am meisten betroffenen Gebäude Bauschäden davontragen könnten, wurde uns von Seiten der Stadt ein Bausachverständiger geschickt, der vor Beginn der Baumaßnahmen eine fotografische Bestandaufnahme des Hauses von innen und außen machte.

Denk mal drüber nach Wink Der wird ja wohl kaum seinen Auftraggeber in die Pfanne haun.
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irenereni Offline
Obergärtner
Obergärtner


Beiträge: 875
Beitragvom: So 25 Nov, 2007 23:24
Hallo Steger,
genau das habe ich im 1. Beitrag gemeint, als ich schrieb: "denn der Bausachverständige, der von der Stadt beauftragt ist, wird ja wohl immer zu Gunsten der Stadt beurteilen (wess' Brot ich fress', des Lied ich sing...)"
Gruß Irene
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