Die Trauermücke - ein kleiner Überblick - Pflanzenkrankheiten & Schädlinge - GREEN24

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Die Trauermücke - ein kleiner Überblick

Braune Blätter, kleine Tierchen, was tun, wenn Schadbilder auftreten ...
Worum geht es hier: Krankheit oder Schädling? Braune Blätter, kleine Tiere, was tun...
Neben den verbreiteten Schädlingen wie Blattläuse, Spinnmilben, Wollläuse, Schmierläuse, Schildläuse, Thripse, Weiße Fliege und Trauermücken gibt es auch häufige Pilzerkrankungen wie echten und falschen Mehltau, Rost und Schimmel, die zu Flecken und Schäden an der Pflanze führen. Neben den chemischen Mitteln wie Insektizide und Fungizide gibt es auch oft gute Hausmittel zu Bekämpfung der Krankheiten oder Schädlinge. Ein optimaler Standort bezüglich Licht und Boden, die richtige Erde oder ein neues Substrat sowie regelmäßiges Düngen können eine Pflanze stärken und unanfälliger gegen Schädlingsbefall und Krankheiten machen.
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Moin Greenies,
da oft nach der Trauermücke gefragt wird, habe ich hier mal ein Referat aus meiner Berufsschulzeit. Es ist zwar mehr auf den Erwerbsgartenbau ausgerichtet, aber vielleicht ja doch informativ.
Die chemischen Präparate haben evtl. keine Zulassung mehr, sollten aber im Privatbereich auch auf keinen Fall angewandt werden. Sie erfordern einen Sachkundenachweis und sollten nur von Fachpersonal eingesetzt werden, da sie zu gesundheitlichen Schäden führen können!
Ansonsten viel Spaß beim lesen. . . 8)
lg
Stelvio


Die Trauermücke

Bradysia species und Lycoriella species


Schadbild

Die Larven fressen vor allem an den Wurzeln verschiedener Sämlinge, Stecklinge und junger Pflanzen. Auch unterirdische Stammteile älterer Pflanzen können angefressen werden. Die Wurzeln werden dadurch ausgehöhlt, wodurch Fäulnisbakterien und bodenbürtige Pilze eindringen können. Die Pflanzen selbst zeigen Kümmerwuchs, Welke- und Absterbeerscheinungen.


Wirtspflanzen

Befallen werden vor allem Weihnachtssterne, Azaleen, Cyclamen, Begonien, Usambaraveilchen, Gerbera, Nelken und viele andere Arten.


Der Schaderreger

Die adulte Trauermücke ist etwa 3-5 mm lang. Sie legen ihre Eier bevorzugt in feuchten Humus oder in sich zersetzende, organische Stoffe. Sie verursacht keinen direkten Schaden, ist aber überträger von Pilzsporen.

Die Larven, die eigentlichen Schaderreger, sind etwa 6-7 mm lang, besitzen einen glasigen Körper und einen schwarzen Kopf.

Das adulte Insekt lebt etwa 3-7 Tage. In dieser Zeit werden bis zu 40 Eier in Häufchen oder auch einzeln in die Oberfläche des feuchten Substrates gelegt. Die Larven schlüpfen nach 2-3 Tagen und durchlaufen dann vier Entwicklungsstadien in 18-22 Tagen. Danach verpuppen sie sich an der Oberflächen, schlüpfen dann nach weiteren 2-3 Tagen und begatten sich gleich am ersten Tag nach dem Schlupf. Die Entwicklung vom Ei bis zur Mücke dauert bei optimalen Bedingungen, das heißt, bei feuchter Umgebung und einer Temperatur um 24°C ca. 3 Wochen.

Vorbeugende Schutzmaßnahmen

Um einem Befall vorzubeugen, sollte vor allem darauf geachtet werden, die Töpfe der Kulturen bei zu großer Feuchtigkeit mehrmals austrocknen zu lassen. Optimal ist hier eine Tischbewässerung, so dass nicht von oben gegossen werden muss und die Oberfläche des Substrates, wo die Eiablage geschieht, trocken bleibt. Im kleinen Rahmen ist sicherlich auch das besprühen der Erdoberfläche mit Knoblauchwasser interessant, welches die Mücken vertreibt.


Biotechnische Schutzmaßnahmen

Es können hier Gelbtafeln angewandt werden, um die adulten Mücken zu fangen. Hauptsächlich Indikator.


Biologische Schutzmaßnahmen

Für die biologische Bekämpfung stehen hier drei verschiedene Nützlinge zur Auswahl:

Steinernema feltiae
Dies sind parasitäre Nematoden. Sie sind etwa 0,1 mm groß und wirken gegen die Larvenstadien, indem sie in diese eindringen. Die befallenen Larven verfärben sich weißlich-gelb und sterben nach drei Tagen ab.
Die Nematoden halten sich vorwiegend in den oberen 4 cm des Substrates auf, wo sich das erste und zweite Larvenstadium der Trauermücke befindet. Damit wird ebenfalls eine Neuinfektion vermieden.
Die Nematoden erhält man als ein mehlähnliches Pulver, welches mit Wasser vermischt und dann mit einer Spritze ausgebracht wird. Wichtig ist auch für die Entwicklung der Nematoden ein feuchtes Substrat. Es sollte jedoch auch nicht zu nass sein, da die Tiere dann bewegungsunfähig sind. Für eine optimale Wirkung sollte die Bodentemperatur zwischen 12 und 28°C betragen. Es werden 500000 Nematoden pro qm ausgebracht. Nach 10 Tagen ist die Zahl der Trauermückenlarven um bis zu 75% reduziert. Nach drei Wochen liegt der Wirkungsgrad bei über 90%, der dann gut 6 Wochen konstant bleibt. In einer Larve können innerhalb einer Woche über 200 neue Nematoden entstehen.

Hypoaspis ? Raubmilbe
Die ausgewachsene Raubmilbe ist braun und bis zu 1mm groß. Täglich werden bis zu 3 Eier gelegt. Bei 25°C dauert die Entwicklung vom Ei bis zum geschlechtsreifen Tier ca. 12 Tage, wobei alle aktiven Stadien räuberisch sind. Die Tiere halten sich bevorzugt in den oberen Bodenschichten auf. Da Hypoaspis bei mangelnder Beute über mehrere Wochen hungern kann, kann diese auch vorbeugend ausgebracht werden. Hypoaspis wirkt, im Gegensatz zu Nematoden, etwas langsamer, dafür aber über mehrere Monate hinweg.
Die Milben werden in einem Torf-Vermiculite-Gemisch geliefert, welches auf die Kulturen gestreut wird. Zum prophylaktischen Einsatz werden 100 Tiere pro qm ausgebracht, bei bestehendem Befall 250 Tiere pro qm.

Bacillus thuringiensis israelensis
Diese werden zur Bekämpfung in Kalthauskulturen eingesetzt. Bacillus thuringiensis wird beim fressen aufgenommen, wirkt über den Verdauungstrakt der Larven und führt in wenigen Stunden zu deren Tod. Die Anwendung erfolgt beim ersten sichtbaren Befall. Da die Präparate UV-Instabil sind, muss die Anwendung nach 5-7 Tagen wiederholt werden.

Natürliche Feinde

Diverse Spinnen


Chemische Schutzmaßnahmen

Für die chemische Behandlung sind zu Zeit zwei Präparate zugelassen. Zum Einen Nomolt, welches in Form einer Suspension zu bekommen ist und ausgespritzt wird und zum Anderen Carbosip, ein Granulat, das ausgestreut wird. Beide Präparate sind Insektizide.
Nomolt ist ein Insektenwachstumsregler. Es ist ein Fraß- und Kontaktgift. Die Insekten werden nicht direkt getötet, sondern sterben bei der nächsten Häutung.
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BeitragDi 06 Mär, 2007 23:22
Ich bin hier zwar nicht bei Ebay, muß deinem Bericht aber voll zustimmen und gleich eine Bewertung abgeben.
Du hätest noch erwähnen können das sich die Trauermücken, gerade dort wohlfühlen wo die Luft steht (keine zugluft vorhanden), wo schlechte, modrige, luftundurchlässige Substrate verwendet werden. da wo meist Kulturen übergossen wurden.

Mfg

www.garteneidechse.de
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BeitragDi 06 Mär, 2007 23:29
:D Danke garteneidechse, auch für die Ergänzungen.
lg
Stelvio
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BeitragPassende BilderDi 06 Mär, 2007 23:46
Passende Bilder?
Bilder über Die Trauermücke - ein kleiner Überblick von Di 06 Mär, 2007 23:46 Uhr
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Larven der Trauermücke
Trauermuecken.jpg
Trauermücken
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BeitragRe: Passende BilderDi 06 Mär, 2007 23:48
Anonymous hat geschrieben:Passende Bilder?


Wow! Die Bilder sind super!
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BeitragMi 07 Mär, 2007 0:00
Naja wohl eher ekelig ;))) ne find den beitrag auch echt super jetzt weiss ich ja was ich zu tun habe... hat denn jemand ne ahnung was so natürliche nützlinge kosten?!
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BeitragMi 07 Mär, 2007 0:21
GoldenSun hat geschrieben:Naja wohl eher ekelig ;))) ne find den beitrag auch echt super jetzt weiss ich ja was ich zu tun habe... hat denn jemand ne ahnung was so natürliche nützlinge kosten?!


Naja sind halt Insekten... die sind alle ecklisch (bis auf Bienen, Hummeln und Schmetterlinge *gg*).

Zu den Nützlingen... ich hatte mal so eine Packung mit Nematoden von Neudorf... die kam glaube um die 12-15 Euro.
Finde die Bacillus-Variante besser und preiswerter... Neudomück kostet ca. 8-10 Euro.
Nematoden sind auch sehr effektiv, wichtig ist nur, dass wirklich alle Pflanzen und nicht zu wenig damit gegossen werden, sonst war das Geld umsonst.
Ich werde die Variante mit Neudomück demnächst testen, da ich nach der Nematoden-Variante ca. 1 Monat später wieder Trauermücken da hatte (logisch, durch das tägliche Lüften).
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BeitragMi 07 Mär, 2007 7:56
ich dachte die verschwinden wenn man lüftet??? hatte das aber auch dass immer wieder welche kamen...... das ist ja das problem find sie extrem nervig und die larven fressen meine blumen auf =(
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BeitragMi 07 Mär, 2007 8:17
Hallo,

also ich kopier mal den Link hierher, weil wir genau das schon mal hatten!

http://green-24.de/forum/ftopic5650.html#52511
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BeitragMi 07 Mär, 2007 8:34
Hallo,

das ist ja super informativ. Obwohl ich eigentlich nicht gerne so viel über die Trauermücken wissen möchte und am liebsten überhaupt keine sehen will ist es doch schön, etwas mehr über seinen "Gegner" zu wissen :-)
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BeitragMi 07 Mär, 2007 13:58
GoldenSun hat geschrieben:ich dachte die verschwinden wenn man lüftet??? hatte das aber auch dass immer wieder welche kamen...... das ist ja das problem find sie extrem nervig und die larven fressen meine blumen auf =(


Hmm wieso sollten die beim Lüften verschwinden? *g*
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BeitragMi 07 Mär, 2007 15:06
Na wenn die modrige luft mögen und eine gewisse wärme und feuchtigkeit dann spricht das wohl gegen das lüften (also im sinne der trauermücke) wenn dann die kälte und die frische luft kommt dacht ich "kriegen die angst"...sprich sie fühlen sich einfach nicht mehr wohl...
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BeitragMi 07 Mär, 2007 15:11
:idea: Ach ja, eine Ergänzung hab ich auch noch. Die Mücken halten sich bevorzugt da auf, wo sie Sonnenlicht bekommen. Auch durch Beschattung lassen sich die Mücken also ein wenig zurückdrängen.
lg
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BeitragMi 07 Mär, 2007 16:50
Hallo,

hätte da mal eine "blöde Frage" ... Knoblauchwasser was ist das genau? Lege ich da einfach nur Knoblauch ins Wasser? :oops: :?:
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BeitragMi 07 Mär, 2007 17:15
Die Entwicklung vom Ei bis zur Mücke dauert bei optimalen Bedingungen, das heißt, bei feuchter Umgebung und einer Temperatur um 24°C ca. 3 Wochen.

Ich schwoere ich hatte den ganzen Winterlang nicht mehr als 18 °C im Haus dennoch einen massiven Trauermueckenbefall.



Na wenn die modrige luft mögen und eine gewisse wärme und feuchtigkeit dann spricht das wohl gegen das lüften (also im sinne der trauermücke) wenn dann die kälte und die frische luft kommt dacht ich "kriegen die angst"...sprich sie fühlen sich einfach nicht mehr wohl...


Genau dass habe ich mir vor zwei Wochen gedacht als ich mehrere befallene Toepfe hinausgestellt habe: die Biester haben schon 6 °C Nachtstemperaturen und starken Wind tapfer ueberlebt...oder sind meine eine mutierte furchtbare Sorte???
Ich hasse sie.....und ich bin fast sicher dass viele Farbenblind sind!
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