Wollschwebers Blog

Schlumbergera lutea (Hatiora epiphylloides)

permanenter Link von Wollschweber am Mo 04 Jul, 2016 0:30

Darauf, ob nun Schlumbergea lutea oder Hatiora epiphylloides der korrekte Name ist, möchte ich heute nicht eingehen. Ich bin mir darüber selbst noch nicht im Klaren, aber vom Wuchs tendiere ich auf alle Fälle zu Schlumbergera lutea :wink:

Hier möchte ich "nur" über den bisherigen Werdegang meines Stecklings berichten.

Ende März habe ich einen unbewurzelten Steckling dieser Pflanzen bei SeedlingsAndCuttings.eu erworben, einem Shop den ich allen an Kakteen bzw. epiphytischen Kakteen Interessierten wirklich empfehlen kann.

Es werden dort keine kleinen Stecklinge zu horrenden Preisen angeboten, sondern Stecklinge in einer normalen Größe, zu Preisen, die unglaublich günstig sind. Vor allem wenn man die Arbeit und Kosten bedenkt die bei der Aufzucht von Pflanzen entstehen.

Oft besteht die Wahl zwischen unbewurzelt, bewurzelt oder ggf. gepfropft. Auch Samen oder Sämlinge werden angeboten und der Text zu den einzelnen Pflanzen besteht aus mehr als nur "wächst in Brasilien oder blüht rot" . Wenn nötig sind spezielle Pflegetipps dabei, Hinweise zu der Herkunft der Arten oder bei Hybriden Informationen über die Eltern etc.

Ich habe mich damals für einen Klon entschieden, der von allen Schlumbergera lutea Klonen am einfachsten in Haltung und Pflege sein soll. Warum? Meine mangelnde Erfahrung mit diesen Pflanzen und kaum Erfahrungsberichte von anderen Haltern.

Die Berichte in den freizugänglichen deutschen Foren im Netz sind selten zu finden und hörten meistens kurz nach dem euphorischen Bericht über den Erhalt eines solchen Stecklings schnell wieder auf.

Ich weiß nicht was dies bedeutet. Die Pflanze ist eingegangen? Die Pflanze wuchs gut wurde aber soo hässlich, dass man sie nicht mehr zeigen wollte?
Das Interesse der anderen User ging gen null, man wollte sie nicht noch mehr damit nerven und erfreute sich lieber im stillen Kämmerlein an der Pflanze?

Um letzterem aus dem Weg zu gehen aber trotzdem für andere Interessierte, mit durchschnittlichen (Miet)wohnungsbedingungen und ohne Gewächshaus, bescheidene Erfahrungen zum nachlesen anzubieten, versuche ich mich nun hier an dieser Stelle damit.

Sollte jemand mit Erfahrung in der Haltung dieser Pflanzen mal hierüber stolpern, nicht nur ich wäre über jeden, auch noch so kleinen, hilfreichen Tipp dankbar.

So, los gehts ;-)

Also, Steckling bestellt und dann kam er auch zügig aus den Niederlanden in Köln an- Im Vergleich zu einem Steckling einer Schlumbergera-Hybride ein wirklicher Winzling, links im Bild:
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Ein wenig geschockt, wie klein und zart er doch ist, habe ich erst einmal alles zuvor an Informationen aufgesaugte wieder vergessen: Wie war das noch gleich alles? In Substrat? Ja, Substrat ist sicher gut...aber wie hoch waren nochmal 800 Meter in Brasilien?

Als ich mich wieder besonnen hatte kam der Steckling in einen Smoothie-Becher, aufgefüllt mit Tongranulat und der Deckel war, wie ich fand, eine perfekte Abdeckung. Die Öffnung in der Mitte, für einen Strohhalm, sorgte für etwas Luftaustausch (glaube ich zumindest)

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Anfangs schaute ich noch morgens, abends, später am Abend und vor dem schlafen gehen nach dem Steckling. Vielleicht dachte ich ja, er sagt mir wenn ihm etwas nicht passt oder er die erste Wurzel in das Granulat schiebt?

Das ließ zum Glück bald nach und ich ging nur noch hin um den Deckel zu lüften. OK, und um zu schauen ob nicht doch schon eine Wurzel zu sehen ist...

Einen Monat später war es dann endlich soweit, die Bewurzlung war geglückt:
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In welche Erde sollte ich ihn nun topfen? Ich habe mich für eine Mixtur aus Empfehlungen und eigener Erfahrung entschieden.

Überwiegend torffreie Blumenerde, etwas Kokohum, Perlite, Tongranulat und den gesiebten, feineren Teilen von Lavasteinchen und Pinienrinde. Die beiden letzteren Bestandteile vorher noch ein paar Tage gewässert und gespült, ob das nötig war kann ich allerdings nicht sagen.

Das ganze solange gemischt bis es eine, ähm, und jetzt wird es sehr subjektiv, "fluffige" Konsistens hatte. Leicht angefeuchtet ließ es sich zusammendrücken, fiel aber anschließend schnell wieder auseinander. Für mein Gießverhalten erschien es mir jedenalls perfekt.

In den Topf gefüllt, eine Vertiefung hinhein gedrückt, da hinein den Steckling und dann mit Tongranulat/Substratgemisch aufgefüllt bis der Steckling Halt hatte. Obenauf noch Tongranulat und fertig war das Umtopfen in sein jetziges Substrat.
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So stand er nun und etwas über einen weiteren Monat später waren die ersten Austriebe deutlich zu erkennen
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Inzwischen schaute ich auch nur noch alle paar Tage nach dem Steckling. Das Tongranulat und das Gewicht des Topfes war mir bislang eine große Hilfe beim wässern. Das Granulat wird heller wenn es trocken wird, das Gewicht des Topfes zeigt mir, ob wirklich Wasser nötig ist oder das Togranulat als Anzeiger vielleicht nicht mehr taugt

*hüpf* und so sieht er heute aus, ein recht ansehnliches Pflänzchen:

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Zum Vergleich mit einem Steckling einer meiner eigenen Hybriden:
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Der Standort der Pflanze ist während der ganzen Zeit an einem Westfenster mit Nachmittagssonne, anfangs ungefähr 30 cm vom Fenster entfernt, nun direkt am Fenster. Die Temperaturen sind für die Jahreszeit durchwachsen und liegen bei ca. 15 - 25 Grad Celsius am Tag und 18-10 Grad in der Nacht.

Weitere, hoffentlich positive, Berichte werden folgen (sollte ich plötzlich, ohne triftigen Grund, aufhören zu berichten, wobei die Abstände sicher von ganz allein größer werden, darf man sich gern bei mir beschweren :wink: )


14.07.2016

Vor kurzem habe ich mir Fruchfliegen gekauft, eigentlich wollte ich nur Bananen aber die Fruchtfliegen gab es als Bonus dazu.

Fruchtfliegen sind lästig und sehr unschön, verschwinden aber meist fast genauso schnell wie sie auftauchen.
Aber eben entdeckte ich eine kleine, beigefarbene Made auf, beziehungsweise zwischen dem Tongranulat. Die kleine Schlumb lutea ist seit zwei Tagen dabei eine überhängende Position einzunehmen, ich habe mir nichts dabei gedacht da es zur Pflanzenbeschreibung passte. Bis ich eben dieses Würmchen entdeckte.

Hm..ich habe nun das Tongranluat so gut es geht abgekratzt und die Pflanze nach draußen auf den Balkon gestellt. Die frische Luft tut ihr hoffentlich gut. Die nächsten Tage soll es nicht soo warm werden und die Nächte sind angenehm kühl.

Ob die kleinen Würmchen wirklich Fruchtfliegenmaden sind, darum kümmere ich mich morgen.


03.09.2016
Ein Update gibt es hier
Liebe Grüße,

Wollschweber