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Abies alba - Weißtanne

Steckbrief, Beschreibung und Pflegehinweise ...
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In unserem Lexikon der Pflanzen sind die Pflanzenarten alphabetisch sortiert. Es werden alle Pflanzengattungen wie Gartenpflanzen, Zimmerpflanzen und exotische Pflanzen aufgeführt. Zu fast jeder Pflanze gibt es Angaben zum schneiden (Rückschnitt und Erziehungsschnitt) , wässern (wie viel Wasser und wie oft), düngen (welcher Dünger und wann muss gedüngt werden), Standort (sonniger, halbschattig oder im Schatten, Licht und Ansprüche), Erde (welcher Boden oder welches Substrat), Krankheiten (bekannte Schädlinge und Erkrankungen, Mittel wie Insektizide und Fungizide sowie Maßnahmen zur Bekämpfung).
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BeitragAbies alba - WeißtanneDi 28 Jan, 2014 11:36
Weißtanne - Abies alba

Familie: Pinaceae (Kieferngewächse)

Gattung: Abies (Tannen)

Herkunft:
Europa, hauptsächlich im Hügel und Bergland der Alpen. Man findet sie im Schwarzwald, in Frankreich, auf Korsika, der Tatra, nach Süden hin bis zu den Gebirgen des Balkans. Auch in den Pyrinäen und in Bulgarien ist sie heimisch.

Verbreitung:
Man findet sie heute gern vergesellschaftet mit der Rotbuche (Fagus sylvatica), überall dort wo die gemeine Fichte anhand Umwelteinflüsse nicht mehr vorkommt. Ab einer bestimmten Höhenlage jedoch dominieren wieder Fichten/Tannenwälder. Sie ist aber auch gerne mit der europäischen Lärche (Larix decidua), der Berg-Kiefer (Pinus mugo) und dem Bergahorn (Acer pseudoplatanus) vergesellschaftet.

Habitus:
Die Weißtanne ist eine Europäische immergrüne Nadelbaumart. Die Weißtanne kann Höhen von 30 -50 Metern erreichen, in Ausnahmefällen sogar über 60 Meter. Brusthöhendurchmesser von 2 m, im Einzelfall sogar 3,5 m, kann sie erreichen. Eine Tanne kann selbst vom Laien sehr gut bestimmt werden, da ihre Äste waagerecht vom Stamm wegführen. Bei idealen Wuchsbedingungen bilden Jungbäume spitze Kronen aus. Sind die Bäume jedoch von Wuchskonkurenten überwachsen, entstehen sogenannte Vogelnestgipfel. Das aber ändert sich sehr schnell wenn es der Baum aus dem Unterwuchs heraus schafft nach oben zu kommen. Ihr Stamm wächst meist gerade, im Gipfelbereich verquirrlen dann die Äste zusehens.

Alter: Sie kann 500 - 600 Jahre alt werden.

Nadeln/Blätter/Knospen:
Die Knospen der Weißtanne sind von hellbrauner Farbe und frei von Harzbildung. Weibliche Blütenknospen bilden sich an der Trieboberseite, männliche an der Triebunterseite in den Nadelachsen. Ihre Nadeln werden ca. 3 cm lang und fühlen sich ledrig an. Sie sind dunkelgrün, an der Unterseite etwas blässlich grün. Nach 8 -12 Jahren fallen sie vom Baum ab.

Blüte/Frucht/Fruchtbildung:
Im Freistand wir die Weißtanne nach etwa 25 - 35 Jahren mannbar, im Bestand dagegen erst mit 60 - 70. Sie ist einhäusig, also getrennt geschlechtilich (monözisch). Von April bis Juni kommt dir zur Blüte. Danach erscheinen die neuen Triebe. Die Männlichen sind gelb gefärbt, die Weiblichen, die auch seltener vorkommen eher blassgrün. Während die männlichen Blütenzapfen 2 - 3 cm lang sind, haben die weiblichen eine Länge von 3 -5 Zentimeter. Beide findet man im obersten Kronenbereich, selten jedoch am selben Zweig. Bestäubung findet durch den Wind statt, ca. 4 -5 Wochen nach der Befruchtung. Die Zapfen der Weißtanne stehen aufrecht und verbleiben nach der Samenabgabe am Baum. Sie werden maximal 15 cm lang und etwa 3 - 5 cm dick. Im Blütenjahr reifen die Samen im September/Oktober, dann fällt Samen samt Samenschuppen ab. Zurück am Baum verbleibt die Samenspindel. Anders wie bei der gemeinen Fichte, bei der Tanne sind am Boden keine Zapfen zu finden. Die Samen haben eine braune Farbe

Wurzelwerk:
Die Weißtanne ist ein Herz- oder Pohlwurzler, sie dringt tief ins Erdreich ein. Ganz im Gegensatz zur Fichte, die ein Flachwurzler ist. Hierzulande wurden etwa 1, 50 Meter gemessen, aber in wärmeren Teilen Österreichs dringt sie bis zu 3 Metern Tiefe ein. Horizontal wachsen die Wurzeln jedoch weit über ihren Kronenbereich hinaus, erreichen Längen von 10 Meter und mehr. Anhand dieses Wurzelsystems sind die Weißtannen relativ sturmsicher. Wurzelverwachsungen mit danebenstehenden Bäumen kommen häufig vor. Somit zählt die Weißtanne zu den am tiefsten wurzelnden Koniferen überhaupt.

Holz/Verwendung:
Ihr Holz ist ähnlich wie das der gemeinen Fichte, es ist sogar noch resistenter gegen Feuchtigkeit und kann daher im Erd- und Wasserbau eingesetzt werden.
Farblich gibt es keinerlei Unterschiede zwischen Kern- und Splintholz. Durch die helle Färbung kann man die Jahresringe sehr gut erkennen. Das Holz ist gut witterungsbeständig, aber anfällig für eine Vielzahl von Insekten und Pilzen. Das Holz der Weißtanne wird für Faserplatten, Furniere, Kisten, Masten, Möbel, Paletten, Sperrholz und Spanplatten, sowei in der Zellstoff- und Papierindustrie verwendet. Es eignet sich auch für Fenster, Türen, Fussböden und Vertäfelungen. Bei wechselnder Feuchtigkeit schwindet es weniger als Fichtenholz und ist daher für den Erd- und Wasserbau besser geeignet. Es fand bis zum Ende des 19. Jahrhunderts auch Verwendung im Schiffsbau.
Ortsabhängig findet die Weißtanne auch Verwendung als Christbaum, bleibt hier jedoch weit hinter der Nordmanntanne zurück.zen. Es ist nicht sehr dauerhaft. Man kann es aber gut bearbeiten, imprägnieren und verleimen.

Borke/Rinde:
Die Borke von Jungbäumen ist glatt und hellgrau gefärbt. Später bildet sie eine Art großblättrige Schuppenborke aus. Diese wechselt vom Weisslichen ins Dunkelgraue.

Standortansprüche:
Sie gedeiht am Besten auf lockeren, tiefgründigen und fruchtbaren Böden und liebt hohe Luftfeuchtigkeit. Sie reagiert empfindlich auf Wintertrockenheit, ist jedoch bis ca. - 30 ° Grad frosthart. Bei uns zählt sie zu den Schattenholzarten. In ihrer Jugend ist sie sehr empfindlich gegen Spätfröste.

Krankheiten/Schädlinge:
Aber sie ist auch sehr empfindlich bei Luftverschmutzung. Überhaupt setzen ihr viele Schädlinge stark zu. Besonders empfindlich reagiert sie auf Schwefeldioxid. Durch das Einsetzen von Entschwefellungsanlagen ab der 80ger Jahre ist sie dadurch weniger betroffen. Ihre Standortansprüche dagegen sind gering. Unterdrückung durch andere Baumarten steckt sie weg, sie ist eine schattenliebende Baumart.
Das Wild liebt die Tannen und diese leiden sehr darunter. Es verbeisst und verfegt die jugendlichen Bäume und hindert sie damit an normalen Wachstum. Bei hohen Wildpopulationen hat der Baum keine Chance mehr sich natürlich zu vermehren.
Ebenso anfällig ist die Weißtanne gegen eine Unzahl von Schadpilzen. In feuchten Gebieten z.B. ist es der Hallimasch der die Wurzeln befällt und Weißfäule verursacht. Es ist so wie man es überhaupt bei allen Waldbäumen beobachten kann, sind die Bäume irgendwie geschwächt, haben die Schadinsekten und schädliche Pilze ihre Chance. Der Baum wird dann schwer geschädigt, oder stirbt ab.
Gegen längere Trockenheit ist die Weißtanne robuster als die gemeine Fichte, da ihr Wurzelsystem tiefer in den Boden reicht.

Medizinische Bedeutung:
Schon in der Antike tauchte die Weißtanne als Medizin- und Heilpflanze auf. Von ihrem Harz bis zu den Zapfen, vom Samen bis zu den Trieben fand alles Verwendung. Für die Wundheilung verwendete man das Harz des Baumes, ebenso um Rheuma zu behandeln. Es wirkte auch Durchblutungsfördernd. Im 16. und 17. Jahrhundert verwendete man Tannenbier gegen Skorbut.

Wissenswertes:
Während der Würmeiszeit kam die Weißtanne kaum in Mitteleuropa vor. Sie trat zu dieser Zeit hauptsächlich auf der Balkanhalbinsel, den Pyrenäen und im Apennin auf. Auch an einigen Standorten in Mittelitalien wird sie vermutet. Nach der Eiszeit breitete sie sich von diesen Standorten wieder aus.

Der Bestand der Weißtannen hat durch menschliche Eingriffe in den letzten 200 Jahren stark abgenommen. Eingeschleppte Schädlinge, wie z.B. die Weißtannentrieblaus (Dreyfusia nordmannianae) dezimieren sie. Auch gegen Wildverbiss ist sie sehr anfällig. Die Rehe und Hirsche ziehen sie beispielsweise der gemeinen Fichte vor. An Standorten hohen Wildaufkommens kann sie sich nicht mehr selbst vermehren. Hinzukommen Kahlschläge und die Bevorzugung der Fichte bei Neuanpflanzungen.

Allgemeine Anzuchtsanleitung:
Baumsamen, zumindest solcher von Arten der gemäßigten Breiten, tragen keimhemmende Stoffe in sich, die es abzubauen gilt. Dieses Abbauen wird stratifizieren genannt. Der Samen kommt dabei für eine bestimmte Zeit (von Baumart zu Baumart verschieden) bei einer Temperatur von 2-4 Grad in den Kühlschrank. Hinterher sollte man den Samen bei Zimmertemperatur im Wasserbad für 24 Stunden vorquellen lassen. Der Same bedarf zur Keimung eines bestimmten Wassergehalts.

Dann wird der Same in Kokosfaser oder in Anzuchtserde ausgesät und je nach Baumart mehr oder weniger mit Erde bedeckt. Hier kann eine Faustregel angewendet werden. Ein 5 mm großer Same kommt 5 mm unter die Erde. Es gibt auch hier Ausnahmen, wenn auch nicht viele.

Das Erdreich des Anzuchtgefäßes muss nach der Aussaat immer feucht gehalten werden, nass sollte es aber nicht sein, sonst tritt Schimmel auf.

Für Tannen:
Ihre Keimrate liegt bei 30 - 60 %. Die Keimlinge bilden 4 - 8 etwa 25 mm lange Keimblätter. Um den Samen zum Keimen zu bringen, muss dieser 14 Tage bis 3 Wochen im Kühlschrank stratifiziert werden. Vor- oder Hinterher sollte er sich ca. 24 Stunden im Wasser vollsaugen. Leicht mit Erde bedecken.


Quellen: Stichpunkte von wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Ftanne
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