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10 Tipps zur erfolgreichen Anzucht von Samen

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10 grundlegende Tipps zur erfolgreichen Anzucht von Samen

Die Vermehrung aus Samen ist sicherlich die interessanteste und schönste Art der Pflanzenaufzucht. Sämlinge sind allerdings zarte Wesen und es liegt im Wesen dieser Naturprodukte begründet, daß nicht immer alles so klappt, wie man es sich wünscht.

Während der Anzucht der Samen und der späteren Aufzucht der Sämlinge können Probleme auftreten, denen man mit entsprechendem Wissen allerdings im Regelfall gut begegnen kann. Die folgenden Tipps werden daher in den meisten Fällen bestimmt wertvolle Hilfe leisten.


Bild
Anzucht in normaler Blumenerde?
Normale Blumenerde enthält zu viele Düngesalze. Das bedeutet, die Samen können darin verfaulen oder trotzdem gekeimte Pflänzchen gehen ein, weil die Düngesalze ihre feinen Wurzeln auslaugen.Verwende zur Anzucht daher ausschließlich nährstoffarmes, wasserdurchlässiges und feines Erdsubstrat wie z.B. spezielle Anzuchterde oder Kokosfaser.
  1. Weiche hartschalige Samen immer erst ein (vorquellen lassen).
  2. Die Samen sollten nicht mit mehr als 1 bis 2 cm Erde bedeckt werden.
  3. Halte das Aussaatgefäß immer gleichmäßig feucht und laß es nicht austrocknen.
  4. Verwende Regenwasser oder kalkarmes Wasser bzw. enthärte das Gießwasser (z.B. mit Tropica Anti-Kalk)
  5. Sorge für gleichmäßige und wenn erforderlich hohe Keimtemperaturen (22° bis 28° Celsius).
  6. Das Aussaatgefäß sollte immer wieder belüftet oder mit Belüftungslöchern versehen werden. Ideal sind Kleingewächshäuser.
  7. Lasse 1 bis 2 cm Abstand zwischen den Samen, damit sich die jungen Pflänzchen nicht gegenseitig behindern.
  8. Die Pflanzen sollten erst umgetopft (pikiert) werden, wenn die Wurzeln kräftig genug sind (bei einer Höhe der Keimlinge von ca. 10 cm), da die Wurzeln sonst brechen können.
  9. Bei zu langsamen Wachstum benutze ruhig eine Bewurzelungshilfe. Die Pflanzen wachsen dann schneller und werden robuster.
  10. Für ein allgemein gesundes Wachstum und eine kräftige Blütenbildung benutze am besten, auf die jeweiligen Pflanzen abgestimmten speziellen Dünger: - Kübelpflanzendünger - Palmendünger - Bonsaidünger - Eisendünger.

Pikieren ? Warum und wie pikieren ?

Sämlinge wachsen je nach Art mehr oder weniger schnell. Schon bald beengen sie sich gegenseitig und wachsen zu schnell in die Höhe, um das notwendige Licht zu erhalten. Das ist der Zeitpunkt zum 'Pikieren' (= Vereinzeln / Umpflanzen). Das Herausheben der Sämlinge sollte sehr vorsichtig geschehen, damit nicht allzu viele der feinen Haarwurzeln abgerissen werden. Mit diesen Wurzeln werden Wasser und Nährstoffe aufgenommen. Im neuen Topf bzw. am neuen Standort müssen die Pflänzchen erst wieder neue Haarwurzeln bilden, um weiterwachsen zu können. Dieser Vorgang dauert circa eine Woche. Der eigentliche Sinn des Pikierens liegt darin, den Pflanzen mehr Abstand zueinander und den oberirdischen Pflanzenteilen (Stielen / Blättern) mehr Platz für Ihre Ausbreitung zu geben. Die Pflanzen wachsen dann gedrungener und kräftiger. Zudem verzweigt sich das Wurzelsystem stärker. Je mehr Wurzeln die Pflanze bildet, desto mehr Wasser und Nährstoffe kann sie aufnehmen und desto besser wächst sie dann auch. Feine Sämlinge können auch büschelweise pikiert werden. Es empfiehlt sich unbedingt, zum Umpflanzen Pikiererde zu verwenden. Sie ist leicht (das heißt nur schwach) gedüngt. So werden die Wurzeln angeregt, sich stärker zu verzweigen. Die Pflanze muß viele Wurzeln bilden, um an das Wasser und die Nährstoffe zu gelangen. So wird ein guter Wurzelballen gebildet. Und in den Wurzeln steckt das Leben! Achtung: Lasse beim Umpflanzen Ruhe und Vorsicht walten, damit die Hauptwurzeln nicht beschädigt werden. Von solch einer Verletzung kann sich ein zarter Sämling nämlich nicht mehr erholen. Und noch ein Tip: Wässer die Pflänzchen nach dem Pikieren gut an und schütze sie vor Sonne und Zugluft, damit sie den 'Umpflanzschock' gut überstehen.

Wissenswertes zum Düngen

Die Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen ist enorm wichtig für die Entwicklung, ein gesundes Wachstum und eine kräftige Blütenbildung. Man unterscheidet zwischen 5 Hauptnährstoffen und Mikonährstoffen (Spurenelemente).


Stickstoff (N) fördert den Aufbau von Trieben und Blättern. Er baut Eiweiß auf. Bei Stickstoffmangel werden die Blätter gelb und die Pflanze wächst nur kümmerlich.

Phosphorsäure (P2O2) sorgt für ein gutes Wurzelwachstum und fördert die Blütenbildung.

Kali (K2O) sorgt durch Zuckerbildung für feste Zellwände und erhöht somit die Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge, Krankheiten und Frost.

Kalk (CaO) dient zur Bodenverbesserung und neutralisiert überschüssige Säure.

Magnesium (Mg) und Eisen (Fe) sind die wichtigsten Bestandteile des Blattgrün. Durch sie kann Stärke und Zucker aufgebaut werden.

Die Mikronährstoffe bestehen aus circa 10 Spurenelementen wie z.B. Kupfer, Bor, Zink, Mangan, u.s.w.. Fehlen diese Spurenelemente, dann treten Mangelerscheinungen und Krankheiten auf.
Durch Dünger führt man den Pflanzen alle diese wichtigen Nährstoffe und Spurenelemente zu.


Probleme
Schwächelnde Pflanzen

Die Blätter werden braun und farblos?
Dem Pflänzchen fehlen wahrscheinlich Nährstoffe. Am besten ist in diesem Fall Eisendünger (gibt es im Gartencenter oder bei uns in der Rubrik 'Rund um die Anzucht / Dünger'). Falls die Pflanze noch in Anzuchterde steht, ist es wahrscheinlich Zeit zum Umtopfen, denn Anzuchterde ist nicht gedüngt. Das ist zwar gut für die Anzucht, aber danach brauchen die Pflänzchen Nährstoffe.


Schädlinge

Die Anzuchterde im Gewächshaus schimmelt?
Es ist nicht ausreichend, nur die Lüftungsklappen an den Zimmergewächshäusern geöffnet zu halten. Du solltest den Gewächshausdeckel alle 3 bis 4 Tage für eine Stunde vollständig entfernen, damit die Erde einmal 'durchatmen' kann.

Kleine Maden kommen aus der Erde und zerfressen den Samen?
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kommen die Maden nicht aus der Anzuchterde oder der Kokosfaser, denn diese sind fast immer vollständig frei von Schädlingen. Wahrscheinlicher ist eine Übertragung von anderen Pflanzen in der Nähe. Eigentlich hilft hier nur eine vollständige Entsorgung und ein Neuanfang. Gelbsticker helfen übrigens nicht gegen Maden.

Kleine weiße Fliegen tummeln sich überall?
Wahrscheinlich ist die Luft zu trocken. Besprühe die Pflanzen häufiger mit entkalktem Wasser. Abgestandenes Wasser ist entgegen landläufiger Annahmen nicht geeignet. Möglicherweise sind die Fliegen auch hier von anderen Pflanzen in der Wohnung, die bereits befallen waren, 'zugewandert' und haben dort nun ebenfalls ihre Eier abgelegt.


Klassische Aussaatprobleme

Während der Keimzeit trocknet die Erde aus. Die Keimlinge sterben ab.

Während der Keimzeit war die Erde zu naß (Staunässe) und ist anschließend verkrustet. Durch den Sauerstoffmangel verfaulen die Samen.

Der Samen wird nicht mit Erde bedeckt (außer es steht ausdrücklich so auf der Anzuchtanleitung). Dunkelkeimer keimen dann nicht.

Klassische Jungpflanzenprobleme
Die Pflänzchen müssen nach dem ersten Umpflanzen mit den Keimblättern 1 bis 2 cm über der Erde stehen. Sind sie zu tief gesetzt, besteht die Gefahr, daß sie verfaulen. Sind sie zu hoch gesetzt, können sie aufgrund der noch ungenügenden Standfestigkeit umfallen (hat nichts mit der 'Umfallkrankheit' - s.u. - zu tun).

Jungpflanzen müssen unbedingt vor Zugluft geschützt werden.

Die Freude über die ersten Sämlinge kann dann schnell getrübt werden, wenn diese ohne erkennbaren Grund umfallen. Ursache sind zumeist zu dicht gesäte Samen, deren Wurzeln sich gegenseitig behindern sowie Bodenwärme, feuchte Erde und hohe Luftfeuchtigkeit - also all die Bedingungen, die für die Anzucht vorher so ideal waren. Beuge vor, indem du nach der Keimung die Erde etwas trockener hältst, das Gefäß ab und zu lüften oder ein Mittel zur Wurzelstärkung verwenden.

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